Landesverband Sachsen-Anhalt

Die Indianer Nordamerikas -die Geschichte eines Völkermordes-

Sonntag, 12. Juli 2015 von Thomas

Nach der anfangs noch langsamen aber nachhaltigen Besiedlung der nordamerikanischen Küstengebiete durch Engländer, Holländer und Franzosen wurde nach der Unanhängigkeit der USA die Eroberung des Westens (westlich der Appalachen) in Angriff genommen. Dabei wurden immer wieder auch „biologische“ Waffen eingesetzt. Die von der Regierung beauftragten Agenten lieferten gerne auch mal mit Pocken verseuchte Decken aus den Pest-Häusern der Küstenstädte und ganze Stämme wurden mangels natürlichen Immunschutzes ausgerottet. Erinnern wir uns an die Zeit vor der Unanhängigkeit. 1756 im großen Krieg der Franzosen (Kanada) gegen die Engländer, wurden auch die Stämme im jeweiligen Machtbereich aufeinander gehetzt. Das Skalpieren – eine Technik aus dem schottischen Hochland – wurde zum Inbegriff „indianischer Grausamkeit“. Das die Briten die Indianer mit Schnapsprämien für französische Skalpe köderten – ebenso umgekehrt, wen interessierte das. Nach dem Sieg der Engländer vor Quebec wurde der gesamte Bereich britisch, aber die restriktiven Zollgesetze und andere Unterdrückungsmaßnahmen der Kolonialherren führten wenig später zum Unabhängigkeitskrieg von 1776. Beim nächsten Krieg der USA gegen die Briten (1812) hofften einige der nördlichen Stämme auf Hilfe der in Kanada stationierten britischen Truppen. Tecumseh steht für den verzweifelten Versuch der Indianer, auf diese Weise die vordringenden amerikanischen Siedler zu stoppen. Nach der Niederlage der Briten vor New Orleans und an den Großen Seen wurden die Stämme aufgerieben. Man eroberte Florida von den Spaniern (1819) vertrieb die dort ansässigen Seminolen oder brachte sie gleich um und begann 1820 mit der INDIAN REMOVAL BILL unter Präsident Jackson, mit den Zwangsumsiedlungen der im Mittleren Westen lebenden Indianer-Stämme. Der Spruch „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“ stammt aus diesen Jahren. Dieses aggressive Vorgehen brachte die Stämme an den Rand des Untergangs. Im Vorfeld des drohenden Konfliktes mit Mexiko eroberte man den Süden (Texas, Kalifornien und Teile der späteren Staaten New Mexiko und Arizona) und damit verdrängte man auch dort die Indianerstämme. Im Krieg 1846/48 wurde im Süden der Rio Grande die Grenze zu Mexiko. Andere, innere Probleme bescherten den USA den Bürgerkrieg. Wieder kämpften auch Indianer auf beiden Seiten als Scouts und Irreguläre. Nach dem Krieg stellte die USA eine Neue Kavallerie-Truppe aus den entwurzelten und entmenschten Veteranen des Bürgerkriegs auf und nun hatte man Zeit sich dem Indianerproblem voll zuzuwenden. Die Prämisse war: Die Rothäute nutzen ihren fruchtbaren Boden ja doch nicht, das Gold in ihren Bergen und andere Bodenschätze ebenso nicht.
Also wurde gelogen, betrogen und gemordet. Verträge wurden gebrochen, ehe noch die Tinte trocken war. Gründe lieferten oft genug Provokationen von zwielichtigen Händlern oder Desperados und willige Häuptlinge unterschrieben so ziemlich alles, was man ihnen vorlegte. 1869 wurde die erste transnationale Eisenbahnverbindung fertig gestellt. Damit hatten die Indianer ihre letzten Chancen verloren.
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