Landesverband Sachsen-Anhalt

Gedanken zu einem Text, per E-Mail erhalten

Dienstag, 29. November 2016 von Thomas

img_0003Ein E-Mail wurde zugesendet, in diesem die Harmlosigkeit eines Textes zum Reformationsjubiläum 2017 auf diesen Seiten angesprochen und auf einen Text verwiesen, welcher sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Da im E-Mail angesprochener Text das Thema Reformationsjubiläum zur Diskussion stellt und der mit E-Mailverweis erhaltene Text als ein Beitrag zur Diskussion zu betrachten ist, … hier einige Gedanken zum Text auf welchen verwiesen:

Danke für den Hinweis, allerdings kann ich dem Text inhaltlich nicht viel abgewinnen, außer das er Ausdruck für die Notwendigkeit einer entsprechenden Diskussion des Themas, wie sie im Text auf der Seite der Freidenker Sachsen-Anhalts angeregt werden soll, Nachdruck verleiht. (Auf hiesiger Seite findet sich ein weiterer Text zu Luther, welcher es verdient gelesen zu werden.)

Kein Grund zum Feiern, eher zum nachdenken“, ist eine Überschrift welche gut gewählt, allerdings im Text sehr einseitig interpretiert und mit Inhalten hinterlegt. Zu fragen bleibt, für wem ist es kein Grund zu feiern, und warum? Für Atheisten, für Freidenker, für Katholiken, Evangelikalen, Hinz und Kunz, die Werbewirtschaft, dem Tourismus? Außer eines allgemeinen und oberflächlichen Rundumschlages gegen Luther ist leider wenige zu erfahren!

Allerdings wird dieses Jubiläum gefeiert, die Vorbereitungen laufen seit mindestens 10 Jahren, also muss es doch einen Grund geben! Diesen zu benennen macht Sinn, denn nur so ergibt sich eine Notwendigkeit sich des Themas anzunehmen, nicht um Luther zu feiern, oder in den Kanon allgemeiner Verklärung einzustimmen, sondern um einen Anteil zu erbringen, kritisch das Leben und Wirken Luthers zu werten, sich mit diesem Auseinanderzusetzen und die Folgen für spätere Entwicklungen zu erkennen und zu benennen! Luther in diesem Zusammenhang in Bausch und Bogen zu verdammen ist nicht hilfreich, genau sowenig wie ihn zu glorifizieren.

Der zweite Teil der Überschrift gibt die Richtung zwar vor und das nicht nur für die Kritiker Luthers, sondern ganz allgemein, denn es ist ein Grund zum Nachdenken, über die Person, die Zeit und vor allen über die gesellschaftlichen Umbrüche in dieser Zeit, ihre Ursachen und die Rolle welche Luther spielte!  (more…)

Wofür steht Trump?

Sonntag, 20. November 2016 von Thomas

Über die Fraktionsspaltung im US-Monopolkapital – Gedanken –

Kurt Tucholsky wurde einmal gefragt, was er täte, hätte er die Macht. Er frug zurück: „Für wen habe ich die Macht?“ Die künftige Politik der USA zu prognostizieren bedeutet also zu identifizieren, welche Kapitalgruppen Donald Trump vertritt. Wie weit die marxistische Forschung durch den Umsturz in DDR und UdSSR zurückgeworfen wurde, kann man auch am Fehlen eines allgemeinen Verständnisses dieser Frage innnerhalb der kommunistischen Bewegung ablesen.

Victor Perlo unterschied noch 1960 in verschiedenen Büchern sieben wesentliche US-Kapitalgruppen. Doch kann man hier weiter verallgemeinern und zwei Hauptfraktionen unterscheiden, die letztendlich auf die Kolonisierungsgeschichte der USA zurückgehen: Zum einen gibt es die Gebiete, die einst französische Kolonie waren, nämlich die Provinz Louisiana entlang des Mississipi und von dort westwärts bis zum Pazifik. Der „mittlere Westen“ der USA, der eigentlich östlich des US-Mittelmeridians liegt, gehört dazu. Es dominiert die verarbeitende und Hochtechnologie-Industrie im engeren Sinne (historisch Ford, General Electric, General Motors, Westinghouse, Wal-Mart usw.). Dementsprechend strebt diese „Westküstenfraktion“ billige Energie, niedrige Zinsen und hohe Preise für Industrieprodukte an. Religiös orientiert sich diese Gruppe mehrheitlich am Katholizismus und außenpolitisch auch am Islam. Einige ihrer präsidialen Vertreter sind Barack Obama, William Clinton, Ronald Reagan, Gerald Ford, John F. Kennedy, Harry Truman.

In allen genannten Parametern stellt die „Ostküstenfraktion“ den Gegenpol dar. Rohstoff- und Dienstleistungskonzerne, dabei zentral Medien und Banken, erstreben hohe Rohstoffpreise, die auf die gesamte Produktionskette durchschlagen, die Inflation antreiben und zu höheren Zinsen und Gewinnen der Finanzkonzerne führen. Wichtig sind Exxon-Mobil, in dem vier Fünftel der Spaltprodukte des Rockefeller-Imperiums zusammengefaßt sind, und Chevron-Texaco, der Zusammenschluß der Standard Oil of California mit dem Clan der texanischen Erdölmonopolisten. Man beachte, daß auch Microsoft hierein integriert ist. Der Sitz Seattle liegt zwar am Pazifik, doch war der Bundesstaat Washington (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt Washington D.C.) britische Kolonie. Überdies wurde die Firma in Texas gegründet. Mit den Präsidenten Bush junior und senior, Carter, Nixon, Johnson, Eisenhower und Franklin D. Roosevelt setzten sie ihre Interessen um. Diese Fraktion ist eher protestantisch und jüdisch, außenpolitisch auch pro-orthodox. Donald Trump gehört eindeutig zu dieser Gruppe. (more…)

Ein paar Zahlen und Fakten, für alle …

Freitag, 18. November 2016 von Thomas

20-12-14_1443Ein paar Zahlen und Fakten, für alle Politiker und Behördenmenschen, die Hartz-IV-Sanktionen befürworten oder „nur“ mittragen (auch die Linke ist gemeint):

Mit Hartz IV beziffert die Bundesregierung das physische und soziokulturelle Existenzminimum. Ein alleinstehender Erwachsener darf z.B. für 140 Euro im Monat essen (4,66 Euro pro Tag), 33 Euro für Strom und 1,64 Euro für Bildung (!) ausgeben, sowie für 25 Euro öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Meistens geht ein Teil davon aber schon für die Miete drauf, weil es so billige Wohnungen, wie es das Amt den Armen vorschreibt, gar nicht gibt. Nirgendwo.

Nochmal: Hartz IV ist in Deutschland das Minimum, um irgendwie über die Runden zu kommen. MINIMUM: Okay? Und zwar für Leute, die keinen oder keinen ausreichend bezahlten Job in unserer vollautomatisierten Wirtschaft finden, in der niemand mehr trotz steigender Produktivität auf mehr Arbeitsplätze hoffen braucht. Also nochmal: Ein ÜberlebensMINIMUM für Outgesourcte! Und das kürzt ihr auf unterhalb des Überlebensminimums, wenn die Leute euch nicht aufs Wort parieren. Ähm, weniger als das Minimum ist eben nicht ausreichend als Minimum. Capito?

Nicht aufs Jahr gerechnet sind derzeit rund 3,2 Prozent aller Hartz-IV-Bezieher sanktioniert, wie ihr immer so gerne abwiegelt („nur sooo wenige“), sondern Monat für Monat. Im Juli waren es 136.000 Menschen, 7.600 davon waren VOLLsanktioniert. Also VOLLSTÄNDIG, versteht ihr? Null, niente, nitschewo, nix für Essen, nix für Miete, nix für Strom. Zero.

136.000 Sanktionierte, jeden Monat … das sind so viele Menschen, wie in Regensburg, Paderborn, Ingolstadt, Würzburg oder halb Gelsenkirchen leben. Nochmal: JEDEN Monat ist eine Menschenmasse so groß wie die Einwohnerzahl von Regensburg sanktioniert. Ein Drittel davon sind Mütter und Väter mit Kindern. 43.000 Familien, darunter 14.000 Alleinerziehende – mit Kindern, denen ihr das Brot stehlt, denen ihr das Recht auf Nahrung und lebensnotwendige Versorgung verweigert. Geschähe dies in Nordkorea, würdet ihr sie Folterer nennen. Dummerweise seid ihr in diesem Fall die Folterer.

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Zum Beitrag habe ich folgenden Leserbrief …

Samstag, 12. November 2016 von Thomas
img_0003In der Jungen Welt fand sich ein Interview zum Thema Reformationsjubiläum, auf dieses Interview wurde ich mittels Facebook aufmerksam und war über die getroffenen Aussagen etwas befremdet. Als objektiv historisch kann die Herangehensweise des Interviewten nicht betrachtet werden, eher als populistisch, reißerisch, verwerfend, verurteilend, nicht urteilend, die konkret historische Situation zu Luthers Zeiten, die gesellschaftlichen Verhältnisse, Entwicklungen, Erkenntnise usw. wsf. werden einfach negiert. Dazu dann noch eine reichlich abwegige Forderung, welche maximal dazu taugt etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen, und das war es. Schlussendlich gilt es Luther nicht entsprechend zu würdigen, sondern in Bausch und Bogen zu verurteilen, begründet wird dieses mittels oberflächlicher Betrachtungsweise, in dem einzelne Aussagen Luthers in den Vordergrund gestellt werden, ohne diese im jeweiligen Kontext zu betrachten. Auf die Frage am Ende, wer anstelle Luthers gewürdigt werden solle, fallen nicht etwas Zeitgenossen desselben ein, sondern es wird auf den italienischen Wissenschaftler Galilei zurückgegriffen, mit dessen Leben sich Brecht trefflich auseinandersetze und der kein Zeitgenosse Luthers war, sondern ca. 100 Jahre nach ihm lebte, in einem Italien, welches noch unter der Knute des Katholizismus stöhnte!

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