Landesverband Sachsen-Anhalt

Kritik des Computers – eine Lesung!

Montag, 26. Februar 2018 von Webredaktion

Kritik des Computers

Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen

Lesung und Diskussion mit Werner Seppmann,

Wann: 15.03.2018 um 20:00Uhr

Wo: Saal Kulturzentrum Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg 

Es geht bei der kapitalistischen Verwendungsweise des Computers um mehr als die skandalösen Erfassungs- und Kontrollaktivitäten, denn sie führt zu problematischen Veränderungen in vielen Lebensbereichen: Durch die Verallgemeinerung digitaler Techniken erodieren zivilisatorische Standards, veröden Alltagsbeziehungen und wird ein marktkonformer Lebensrhythmus durchgesetzt. Die Persönlichkeitsstruktur wird durch die „Computer-Praxis“ so umgeformt, dass sie mit der ununterbrochenen Tätigkeit der Märkte und Informationsnetze übereinstimmt. Digital flankierte Anpassungsprozesse sind die aktuellen Mechanismen, mit denen der Kapitalismus sich jene Menschen schafft, die er für sein reibungsloses Funktionieren auf hochtechnologischer Grundlage benötigt.“

Veranstalter Deutscher Freidenker-Verband Quedlinburg und Rosa-Luxemburg-Club Harz

Um eine Spende zur Förderung von Literatur in Quedlinburg wird gebeten!“

Lesung im Rahmen des 18. Quedlinburger Bücherfrühlings. (more…)

Autorenlesung und Diskussion – „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“

Dienstag, 06. Februar 2018 von Webredaktion

HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“ von und mit Witold Fischer

Wann: 21.02.2018 um 19:00Uhr

Wo: Saal Kulturzentrum Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg 

  • Erhebungen zur sozialen Basis von AfD, PEGIDA und ähnlichen Organisationen, Strömungen usw. zeigen, daß deren soziale Basis überproportional aus Handwerkern, kleinen Gewerbetreibenden, Freiberuflern, kleinen und mittleren Unternehmern besteht. Früher hat man diese Klasse als Kleinbürgertum oder kleine Warenproduzenten bezeichnet.

  • Das politische Verhalten dieser Klasse ist erstaunlich schlecht erforscht. Zu den Gründen, warum das so ist, hat mit Witold Fischer jemand sich Gedanken gemacht, der zu den wenigen Historikern gehört, die zur modernen deutschen Handwerksgeschichte gearbeitet haben.

  • Fischer wird darstellen, worin die Hauptprobleme des Handwerks zu Beginn der 1930er Jahre bestanden. Er wird zeigen, daß die NSDAP die Forderungen der Handwerksverbände erfüllte, gleichzeitig aber pervertierte. Man wird sehen, daß die Handwerker vom Faschismus rasch enttäuscht waren.

  • Dann gilt es, aus der Übersicht über konkrete Entwicklungen dieser Zeit allgemeinere Gesetzmäßigkeiten abzuleiten und zu diskutieren. Dazu und der Diskussion weiterer in diesem Zusammenhang stehenden Fragen sind alle Gäste herzlich eingeladen.

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Samstag, 11. Oktober 2014 von Thomas

Kopie des Einbandes

Ein Roman wurde mir empfohlen, „Der Luther-Roman“ „Feuer“ von Waltraut Lewin und der Empfehlung folgend, nahm ich diesen Roman mit in den Urlaub. Dort hatte ich ihn allerdings für meine Verhältnisse ziemlich schnell ausgelesen, obwohl diese Literatur nur fürs Quartier gedacht war, unterwegs begleitete mich der Band 179 aus „Reclams Universal-Bibliothek“, die 21. Auflage, „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht. Historisch ist die Handlung im Band ca. 100 Jahre nach Luther angesiedelt und spielt in Italien. Auch wenn es viele Parallelen gibt, letzteres soll hier nicht Gegenstand sein, genauso wenig wie das dritte Buch welches ich in Angriff genommen habe, durchaus zu den zwei Büchern passt, allerdings in der Gegenwart spielt.

Bildung und Erkenntnis sind ein Thema welches die verschiedensten Jahrhunderte durchzieht, eigentlich die gesamte Menschheitsgeschichte begleitet, ja die Entwicklung der Menschen entscheidend beeinflusst. Letztlich entpuppt sich eine jegliche Bildungsfrage als eine Machtfrage, welches diese Bücher sehr schön veranschaulichen.
„Der Luther-Roman“ lässt sich sehr gut lesen, der rote Faden geht nie verloren, auch wenn manche Wendung vollzogen wird. Anschaulich wird das Leben Luthers geschildert, eines Menschen, welcher als Produkt seiner Zeit, mit den Widersprüchen dieser Zeit permanent konfrontiert wird und an diesen gelegentlich zu zerbrechen droht. Seine Stärken und Schwächen kommen zum Tragen und das nicht ohne Folgen für viele seiner Mitmenschen, Förderer, Widersacher, Anhänger. Die Rolle Luthers wird treffend in die Zeit eingeordnet, es werden Grenzen aufgezeigt, aber auch die Ursachen derselben. Im Roman wird Luther nicht idealistisch verklärt, sondern in seiner Komplexität und Widersprüchlichkeit im Kontext einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche gesehen. Er wird als Mensch dargestellt, welcher geprägt von seiner Umwelt mehr ein getriebener als ein treibender ist. Der Roman gewährt Einblicke in seine Kindheit und Jugend, in seine Studienzeit und die Umstände, welche Luther veranlassten in ein Kloster zu gehen. Eindrücklich wird sein weiterer Werdegang geschildert und die Kräfte, welche sein Handeln bewegten, diese waren allerdings weniger göttlicher Art, als gesellschaftlichem Sein geschuldet. Seine Rolle in den Machtkämpfen seiner Zeit, aber auch sein Versagen als Reformator, welcher auf halbem Wege stehen geblieben ist und so die Möglichkeit verpasste die christliche Religion zur Religion der Menschen zu machen, sie ihres herrschenden, beherrschenden Charakters zu berauben und befreiende Wirkung zu entfalten. Die herrschenden Verhältnisse im Reich waren für Luther kein Grund der Kritik, sondern Gott gewollt. Somit verkündete er Gottes Gnade fürs Himmelreich, irdisches Sein sollte allerdings davon verschont bleiben, hier manifestierte er die herrschenden Verhältnisse und die damit verbundenen Folgen für die meisten Menschen, insbesondere die Bauern. Einer Auseinandersetzung zur Zeit der Bauernkriege mit Müntzer, welchen er von früheren Diskussionen in Wittenberg kannte, ist er aus dem Weg gegangen, im Gegensatz dazu hat er sich bei den Fürsten angebiedert. Letzteres hielt ihm allerdings nicht davon ab, im Laufe der Zeit Ansichten weiter zu entwickeln und Einstellung zu ändern, so zum Beispiel gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Auch spiegelt der Roman das Verhältnis Luthers zu den Juden, welches durchaus hoffnungsschwerer Wandlungen unterworfen war.

Interessant ist dieses Buch auch im Zusammenhang mit dem 500 jährigen Jubiläums des Thesenanschlages an das Tor der Wittenberger Schlosskirche im Jahre 1517. Ein Roman also, welcher Einblicke in die Geschichte der Reformation, ihrer Ursachen und Beweggründe gibt, die treibenden Kräfte benennt, kurzweilig zu lesen und passend zur Lutherdekade erschienen ist. Und nicht nur Inhaltlich, sonder auch sprachlich ein anspruchvolles Buch!

Th. Loch

 

 

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