Landesverband Sachsen-Anhalt

500 Jahre frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Sonntag, 10. Dezember 2017 von Webredaktion

Die Landesverbände Sachsen/Anhalt und Thüringen des Deutschen Freidenker-Verbandes hatten vom DFV-Bundesvorstand die Aufgabe gestellt bekommen, im an Jubiläen reichen Jahr 2017 speziell der lutherischen Reformation zu gedenken, die ihre Zentren in den beiden Ländern hatte. Durch eine große Veranstaltung am 11.November kamen wir dem nach. (Saal-Bild)

Als Ort wurde Eisenach gewählt, weil sich in diesem Jahr auch das Wartburgfest der deutschen Burschen- und Turnerschaften zum zweihundertsten Mal jährte. Zudem haben die Freidenker im Ort eine starke und aktive Ortsgruppe mit großem Einfluß. Die Vorsitzende der Fraktion der regierenden Partei im Stadtrat gehört als Kreisvorsitzende unserem Verband an, die Oberbürgermeisterin ist die Enkelin der langjährigen Thüringer DFV-Landesvorsitzenden.

Außer den beiden DFV-Landesverbänden waren die Thüringer Gliederungen des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und der Arbeitsgemeinschaft Laizismus in und bei der Partei Die Linke Ausrichter der Konferenz.

Bezüglich HVD, gbs und DFV bewährte sich eine Zusammenarbeit, die unter dem Dach des Koordinierungsrates säkularer Organisationen in Deutschland (KORSO) 2017 bereits beim Thüringentag in Apoldaund anläßlich des sogenannten Kirchentages am Weg in Jena wirksam wurde. (more…)

500 Jahre Reformation

Dienstag, 21. November 2017 von Thomas

Reformationsjubiläum, 1517 schlug Luther seine Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche und 500 Jahre später wird das Reformationsjubiläum mit nicht unerheblichen Pomp begangen. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, Gäste reichen sie die Klinke in die Hand, es wird jubiliert und verklärt, gelegentlich auch erklärt, es wird gefeiert und gepriesen, der Kritik gehuldigt und viel wurde geschrieben, veröffentlicht und sicher auch gelesen. Sich mit diesem Jubiläum kritisch auseinanderzusetzen ist ein Gebot der Zeit, genauso wie festzustellen, welche Bedeutung die Reformation für dieses Land, für Europa und letztlich für die Welt hatte.

Um das große Jubelfest zu begehen, wurde von offizieller Seite viel investiert, eine ganze Dekade wurde zu diesem Zweck ins Leben gerufen und trotzdem sorgte so manches Ergebnis für Ernüchterung. Die Kirchen hatten sich mehr davon versprochen, gar mit einem Anwachsen ihrer Herde gerechnet, Besucher strömten reichlich an die Orte der Reformation und an die Orte in welchen Luther lebte, allein es wurde im Vorfeld mit mehr gerechnet.

Das große Jubelfest zum Reformationstag war schon Geschichte, als sich in Eisenach Menschen zusammenfanden um sich mit der Reformation und der Rolle Luther aus einem weltanschaulich anderen Blickwinkel, als allgemein üblich, auseinanderzusetzen. Der Landesverband Thüringen des Deutschen Freidenkerverband hatte eingeladen und wurde unterstützt von der LAG Laizismus der Partei DIE LINKE, dem HVD Thüringen, der Giordano-Bruno-Stiftung und dem Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen Freidenkerverband. Am 11.11.2017 um 11:00 Uhr war es soweit und die Veranstaltung im „Augustiner Bräu“ wurde eröffnet und bevor der erste Vortrag gehalten wurde, spielte die Sandra Peschke Band einige Stücke zur Einstimmung.  (more…)

Der zweite Teil einer Antwort!

Freitag, 03. März 2017 von Thomas

Lieber Klaus-Peter,

den folgenden Text hatte ich geschrieben, anschließend einen ersten Teil als Antwort, welcher sich mit der Verpflichtungserklärung der nach Transparenz heischenden Organisation auseinandersetzt. Was ich von der angestrebten Transparenz dieser Organisation halte, kann den dortigen Anmerkungen entnommen werden, da es aber der erste Teil ist, möchte ich den zweiten nicht schuldig bleiben, welcher sich auf Deine Aussagen zu meinem Kommentar bezieht.

Transparenz hin und Transparenz her, oder lirum, larum Löffelstiel, … an was es auch erinnert, es wird gerührt der Zucker viel, im Kaffee und auch im Tee, einmal rechtsherum und einmal linksherum, es ist des Zuckers oft zu viel, welcher bitteren Tee versüßt und bittere Medizin mit Zucker man viel lieber genießt! Wer süßen Tee mag, den eigentlichen Geschmack verwandelt, möge so handeln, wer den Zucker im Tee verschmäht, gelegentlich andere Wege geht! So muss der Löffel nicht rechtsherum oder linksherum gedreht werden, er kann auf dem Tisch liegen bleiben, der Tee mit ursprünglichem Geschmack löscht so den Durst, ohne neuen Durst zu zeugen! Soviel zum Metapher. Ein Vorteil von Zucker ist, dass er sich gut verrühren lässt, Geschmack und Wirkung verändert, allerdings erst beim Verzehr erkannt wird!

So ist es auch mit der Transparenz, es geht nicht um Transparenz an sich, sondern um die Zutaten manch vorgeblich fortschrittlichen transparenten Seins, institutionell erscheinend und fordernd! Fraglich nur an wem Forderungen gerichtet werden und was transparent zu erscheinen hat? Es geht um den Sinn manchen strebens! So gesehen möge ich zwar selbst ein Grünling sein, weil ich das Thema aufgegriffen, unter Umständen nicht begriffen (was zu beweisen wäre), aber zugegriffen und die Gelegenheit genutzt nicht auf den Haken zu springen, welcher glänzt, sondern den Glanz negierend, das schnöde Eisen unter dem goldenen Glanz aus Karamell entdeckend. (more…)

Der erste Teil einer Antwort

Mittwoch, 15. Februar 2017 von Thomas

Wem nutzt organisierte Transparenz, insbesondere von der Wirtschaft geförderte und finanzierte, wenn nicht der Wirtschaft? So ist es durchaus ein Streitpunkt wie sich einer solchen Organisation gegenüber zu verhalten ist und ob Vereine/Organisationen angebotene Verpflichtungserklärung zeichnen sollten. Nur was ist eine solche Organisation, wem hat sie zu dienen, wessen Interessen zu vertreten? Diese Organisation ist ein politisches Instrument des Kampfes zum Erhalt der Macht, ein Instrument des Klassenkampfes und ein gutes Beispiel wie dieser ökonomisch, politisch und ideologisch geführt wird. Auf der Seite des DFV ist ein entsprechendes Dokument hinterlegt, in welchem sich mit einer entsprechenden Organisation auseinandergesetzt wird und begründet warum kein Interesse besteht sich an die Initiativen dieser Organisation zu beteiligen, dabei wird sich mit dem Thema allgemein, national, wie auch international beschäftigt. Im Folgenden die Verpflichtungserklärung mit Präambel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, welche für Vereine/Organisationen hierzulande gedacht ist und von mir mit einigen Anmerkungen versehen wurde: (more…)

Ein „Offener Brief …“ – ein Dialog und Gedanken zur Transparenz …

Montag, 06. Februar 2017 von Thomas

Bildschirmfoto 30.01.2017 – 22:16Uhr

Ein „Offener Brief der Berliner FreidenkerInnen an alle, die sich für die Demo „Wir haben es satt“ engagiert haben …“, wurde geschrieben und veröffentlicht. Verschiedene Reaktionen hat es gegeben, ein interessanter und weiterführender Beitrag findet sich z. B. auf der Seite von Barth-Engelbart, aber auch an anderer Stelle kann der Brief mit Vorwort nachgelesen werden. Der offene Brief, wie auch die Reaktionen und Verweise veranschaulichen sehr gut, wie sich grundlegende Widersprüche in unserer Gesellschaft verschärfen und die damit verbundenen Auseinandersetzungen an Härte gewinnen. Gut zu erkennen ist allerdings auch, dass es Sinnvoll ist verschiedenste Organisationen wie z. B. Compact zu hinterfragen und die eigentlichen Zielsetzungen zu erkennen. Von Compact erhalte ich übrigens auch regelmäßig E-Mail, hatte mich vor Jahren einmal für diese Organisation interessiert, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass bestimmte Ansichten doch sehr verschieden zu den meinen sind. Besonders ist mir diese Organisation durch ihre Petitionen aufgefallen, also die moderne Form des Bettelbriefes, wobei auch da die Zielstellungen zumindest hinterfragt werden sollten. Meines Erachtens haben diese Petitionen in erster Linie die Aufgabe Menschen von effizienter Auseinandersetzung mit den verschiedensten behandelten Probleme abzuhalten und aufs hoffen im Glauben an die seligmachende bürgerliche Demokratie auszurichten, zudem kann mit Petitionen auch getestet werden, wie die Stimmung zu den einzelnen Themen in der Bevölkerung ist. Das bei so mancher Forderung Objektivität verloren geht und durch populistischen Anstrich ersetzt wird, ist oft gewollt, genauso wie Ängste von Menschen gegen ihr eigenes Interesse zu manipulieren.

Im offenen Brief angesprochene Demo wendete sich gegen die Agrarindustrie und deren Folgen, allerdings sehr oberflächlich wie es den Anschein hat. Dabei ist es angebracht, wenn gegen etwas demonstriert wird, auch Alternativen aufzuzeigen, der Einzelbauernhof aus längst vergangenen Zeiten ist keine. So ist die Agrarindustrie nicht von ungefähr, oder willkürlich, sie ist ein Produkt kapitalistischen Seins, sie ist eine zwingende Folge der Konzentration und Zentralisation des Kapitals. Wie für jede andere Form der Industrie in dieser Gesellschaftsformation wird auch mit ihr Raubbau an der Natur und dem Menschen betrieben.

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Gedanken zu einem Text, per E-Mail erhalten

Dienstag, 29. November 2016 von Thomas

img_0003Ein E-Mail wurde zugesendet, in diesem die Harmlosigkeit eines Textes zum Reformationsjubiläum 2017 auf diesen Seiten angesprochen und auf einen Text verwiesen, welcher sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Da im E-Mail angesprochener Text das Thema Reformationsjubiläum zur Diskussion stellt und der mit E-Mailverweis erhaltene Text als ein Beitrag zur Diskussion zu betrachten ist, … hier einige Gedanken zum Text auf welchen verwiesen:

Danke für den Hinweis, allerdings kann ich dem Text inhaltlich nicht viel abgewinnen, außer das er Ausdruck für die Notwendigkeit einer entsprechenden Diskussion des Themas, wie sie im Text auf der Seite der Freidenker Sachsen-Anhalts angeregt werden soll, Nachdruck verleiht. (Auf hiesiger Seite findet sich ein weiterer Text zu Luther, welcher es verdient gelesen zu werden.)

Kein Grund zum Feiern, eher zum nachdenken“, ist eine Überschrift welche gut gewählt, allerdings im Text sehr einseitig interpretiert und mit Inhalten hinterlegt. Zu fragen bleibt, für wem ist es kein Grund zu feiern, und warum? Für Atheisten, für Freidenker, für Katholiken, Evangelikalen, Hinz und Kunz, die Werbewirtschaft, dem Tourismus? Außer eines allgemeinen und oberflächlichen Rundumschlages gegen Luther ist leider wenige zu erfahren!

Allerdings wird dieses Jubiläum gefeiert, die Vorbereitungen laufen seit mindestens 10 Jahren, also muss es doch einen Grund geben! Diesen zu benennen macht Sinn, denn nur so ergibt sich eine Notwendigkeit sich des Themas anzunehmen, nicht um Luther zu feiern, oder in den Kanon allgemeiner Verklärung einzustimmen, sondern um einen Anteil zu erbringen, kritisch das Leben und Wirken Luthers zu werten, sich mit diesem Auseinanderzusetzen und die Folgen für spätere Entwicklungen zu erkennen und zu benennen! Luther in diesem Zusammenhang in Bausch und Bogen zu verdammen ist nicht hilfreich, genau sowenig wie ihn zu glorifizieren.

Der zweite Teil der Überschrift gibt die Richtung zwar vor und das nicht nur für die Kritiker Luthers, sondern ganz allgemein, denn es ist ein Grund zum Nachdenken, über die Person, die Zeit und vor allen über die gesellschaftlichen Umbrüche in dieser Zeit, ihre Ursachen und die Rolle welche Luther spielte!  (more…)

 

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