Landesverband Sachsen-Anhalt

Offener Gesprächskreis – „Wie wollen wir leben?“

Montag, 07. Mai 2018 von Webredaktion

In Quedlinburg gibt es seit über einem Jahr einen offenen Gesprächskreis, in dem die verschiedensten Themen diskutiert werden. Die Beteiligung zu den einzelnen Veranstaltungen ist sehr unterschiedlich, die Themen werden von den Teilnehmern selbst ausgesucht und vorbereitet. Am nächsten Mittwoch geht es ums Thema Religion, Religionen, Religiosität, Entstehung, Aufgabe und Funktion. Ursprünglich war zum Auftakt ein Vortrag über die nordischen Religionen, also auch über Religionen, welche die Menschen hierzulande pflegten, bevor sie christianisiert wurden, geplant. Die so geplante Gesprächsgrundlage wird es aus persönlichen Gründen allerdings erst zu einen späteren Zeitpunkt geben. Also geht es erst einmal um das Thema allgemein und es wird sicher eine interessanten Diskussion entwickeln. Der Gesprächskreis ist offen und wer Interesse hat, sei eingeladen. (more…)

Autorenlesung und Diskussion – „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“

Dienstag, 06. Februar 2018 von Webredaktion

HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“ von und mit Witold Fischer

Wann: 21.02.2018 um 19:00Uhr

Wo: Saal Kulturzentrum Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg 

  • Erhebungen zur sozialen Basis von AfD, PEGIDA und ähnlichen Organisationen, Strömungen usw. zeigen, daß deren soziale Basis überproportional aus Handwerkern, kleinen Gewerbetreibenden, Freiberuflern, kleinen und mittleren Unternehmern besteht. Früher hat man diese Klasse als Kleinbürgertum oder kleine Warenproduzenten bezeichnet.

  • Das politische Verhalten dieser Klasse ist erstaunlich schlecht erforscht. Zu den Gründen, warum das so ist, hat mit Witold Fischer jemand sich Gedanken gemacht, der zu den wenigen Historikern gehört, die zur modernen deutschen Handwerksgeschichte gearbeitet haben.

  • Fischer wird darstellen, worin die Hauptprobleme des Handwerks zu Beginn der 1930er Jahre bestanden. Er wird zeigen, daß die NSDAP die Forderungen der Handwerksverbände erfüllte, gleichzeitig aber pervertierte. Man wird sehen, daß die Handwerker vom Faschismus rasch enttäuscht waren.

  • Dann gilt es, aus der Übersicht über konkrete Entwicklungen dieser Zeit allgemeinere Gesetzmäßigkeiten abzuleiten und zu diskutieren. Dazu und der Diskussion weiterer in diesem Zusammenhang stehenden Fragen sind alle Gäste herzlich eingeladen.

  • (more…)

500 Jahre frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Sonntag, 10. Dezember 2017 von Webredaktion

Die Landesverbände Sachsen/Anhalt und Thüringen des Deutschen Freidenker-Verbandes hatten vom DFV-Bundesvorstand die Aufgabe gestellt bekommen, im an Jubiläen reichen Jahr 2017 speziell der lutherischen Reformation zu gedenken, die ihre Zentren in den beiden Ländern hatte. Durch eine große Veranstaltung am 11.November kamen wir dem nach. (Saal-Bild)

Als Ort wurde Eisenach gewählt, weil sich in diesem Jahr auch das Wartburgfest der deutschen Burschen- und Turnerschaften zum zweihundertsten Mal jährte. Zudem haben die Freidenker im Ort eine starke und aktive Ortsgruppe mit großem Einfluß. Die Vorsitzende der Fraktion der regierenden Partei im Stadtrat gehört als Kreisvorsitzende unserem Verband an, die Oberbürgermeisterin ist die Enkelin der langjährigen Thüringer DFV-Landesvorsitzenden.

Außer den beiden DFV-Landesverbänden waren die Thüringer Gliederungen des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und der Arbeitsgemeinschaft Laizismus in und bei der Partei Die Linke Ausrichter der Konferenz.

Bezüglich HVD, gbs und DFV bewährte sich eine Zusammenarbeit, die unter dem Dach des Koordinierungsrates säkularer Organisationen in Deutschland (KORSO) 2017 bereits beim Thüringentag in Apoldaund anläßlich des sogenannten Kirchentages am Weg in Jena wirksam wurde. (more…)

500 Jahre Reformation

Dienstag, 21. November 2017 von Thomas

Reformationsjubiläum, 1517 schlug Luther seine Thesen (oder auch nicht) an das Tor der Wittenberger Schlosskirche und 500 Jahre später wird das Reformationsjubiläum mit nicht unerheblichen Pomp begangen. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, Gäste reichten sich die Klinke in die Hand, es wird jubiliert und verklärt, gelegentlich auch erklärt, es wird gefeiert und gepriesen, der Kritik gehuldigt und viel wurde geschrieben, veröffentlicht und sicher auch gelesen. Sich mit diesem Jubiläum kritisch auseinanderzusetzen ist ein Gebot der Zeit, genauso wie festzustellen, welche Bedeutung die Reformation für dieses Land, für Europa und letztlich für die Welt hatte.

Um das große Jubelfest zu begehen, wurde von offizieller Seite viel investiert, eine ganze Dekade wurde zu diesem Zweck ins Leben gerufen und trotzdem sorgte so manches Ergebnis für Ernüchterung. Die Kirchen hatten sich mehr davon versprochen, gar mit einem Anwachsen ihrer Herde gerechnet, Besucher strömten reichlich an die Orte der Reformation und an die Orte in welchen Luther lebte, allein es wurde im Vorfeld mit mehr gerechnet.

Das große Jubelfest zum Reformationstag war schon Geschichte, als sich in Eisenach Menschen zusammenfanden um sich mit der Reformation und der Rolle Luther aus einem weltanschaulich anderen Blickwinkel, als allgemein üblich, auseinanderzusetzen. Der Landesverband Thüringen des Deutschen Freidenkerverband hatte eingeladen und wurde unterstützt von der LAG Laizismus der Partei DIE LINKE, dem HVD Thüringen, der Giordano-Bruno-Stiftung und dem Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen Freidenkerverband. Am 11.11.2017 um 11:00 Uhr war es soweit und die Veranstaltung im „Augustiner Bräu“ wurde eröffnet und bevor der erste Vortrag gehalten wurde, spielte die Sandra Peschke Band einige Stücke zur Einstimmung.  (more…)

Müntzer, Thomas:

Donnerstag, 24. August 2017 von Thomas

F. Engels – MEW, Band 7, Seite 329 „Der deutsche Bauernkrieg“

Müntzer, Thomas: (vor 1490 Stolgerg, Harz bis 27.05.1525 bei Mühlhausen) bedeutender Ideologe der Volksreformation und Führer des revolutionären Flügels im deutschen Bauernkrieg.

Müntzer wurde als Sohn eines nicht unvermögenden Handwerkers geboren. Die ersten gesicherten Lebensdaten Müntzers beziehen sich auf seine Immatrikulation am 16.10.1506 an der Leipziger Universität und auf sein Studium in Frankfurt an der Oder 1512. Selbst ob er akademische Grade erwarb, ist nicht belegt. 1513 finden wir Müntzer als Kollaborator (Hilfslehrer) in Halle, 1514 als Geistlichen in der Halberstädter Diözese. 1516-1517 war er Probst im Kloster Frose bei Aschersleben. Ende 1518 bis Anfang 1519 hielt sich Müntzer vielleicht in Wittenberg auf, der berühmten Disputation zwischen Luther und Johann Eck in Leipzig (24.06. – 16.07.1519) wohnte er zumindest zeitweise bei. Mit umfangreichen theoretischen Studien beschäftigte er sich während seines Wirkens als Beichtvater im Nonnenkloster Beuditz bei Weißenfels.

(more…)

Zivilgesellschaft

Mittwoch, 15. Februar 2017 von Thomas

Die herrschende Konzeption der „Zivilgesellschaft“ dient manipulativen Zwecken, und zwar nicht nur im Sinne ideologischer Indoktrination, sondern mit dem praktischen Ziel einer totalitären Formierung der Gesellschaft. „Zivilgesellschaft“ ist in der Kultur der Herrschenden nur ein Modewort.

Als wissenschaftlicher Begriff wurde das Konzept der Zivilgesellschaft von dem italienischen Marxisten Antonio Gramsci entwickelt. An Marx und Lenin anschließend, charakterisiert er die Gesellschaft mit ihrer ökonomischen Basis und dem sich darüber erhebenden „Überbau“. Gramsci unterscheidet beim Überbau zwei verschiedene Ebenen von Überbauten, welche die Funktion haben, die gesellschaftliche Hegemonie der herrschenden Klassen abzusichern.

Die Funktion der Zivilgesellschaft besteht darin, den spontanen Konsens der Beherrschten zu organisieren. Sie umfasst die Gesamtheit der nicht dem staatlichen Zwangsapparat angehörenden gesellschaftlichen Strukturen, welche die öffentliche Meinung und damit den „Alltagsverstand“ prägen. Dazu zählen die Kirchen, die Gewerkschaften, die Medien, aber auch die Schulen, die Bibliotheken, die Vereine und sozialen Bewegungen bis hin zur Architektur, zur Anlage der Straßen und die Straßennamen.

Auf einer zweiten Ebene fungiert der staatliche Zwangsapparat, um mit rechtsförmigen Mitteln die Disziplin derjenigen Gruppen zu sichern, die sich weder aktiv noch passiv dem‚Konsens’ anschließen. Die Zivilgesellschaft steht also zwischen der ökonomischen Basis der kapitalistischen Produktionsweise und dem bürgerlichen Staat mit seiner Gesetzgebung und seinem Zwangsapparat. Zivilgesellschaft ist die gesellschaftliche Ebene, auf der die ideologische Hegemonie der herrschenden Kultur erzeugt wird.

Sie ist aber zugleich die Arena des Ringens um den Einfluss auf das öffentliche Bewusstsein, in der auch die fortschrittlichen Elemente der Kultur von unten in Erscheinung treten. Zivilgesellschaft in wissenschaftlicher Begrifflichkeit ist also weder mit einem positiven noch negativen Vorzeichen versehen, sondern als ein Kampfplatz der Ideen und Meinungen aufzufassen.

Die Verfälschung des Begriffs zu einem manipulativen Schlagwort beginnt mit der Doktrin des Liberalismus, dass Staat und Gesellschaft einander schematisch gegenüberstehen. Die herrschende Kultur suggeriert: Zivilgesellschaft ist etwas Gutes. Dort geht es pluralistisch, offen, zwangsfrei, tolerant zu, die Bürger haben vielfältige organisierte Möglichkeiten der Mitsprache und Teilhabe in öffentlichen Angelegenheiten.

Ausgeblendet bleibt, dass Zivilgesellschaft auf tausend Kanälen sowohl mit dem bürgerlichen Staat als auch mit der kapitalistischen Ökonomie verzahnt ist und keineswegs einen streng abgetrennten Bereich bildet. Das Missverständnis bei diesem Begriff ist gewollt und soll die Menschen in die Falle einer durch die Machthaber organisierten Zivilgesellschaft locken.

Dagegen gilt es, die reale Zivilgesellschaft als Arena zu erkennen, in der sich die Kultur der Beherrschten als Gegenentwurf gegen die bestehenden Verhältnisse zu behaupten hat, und zwar im Sinne Gramscis im „Geist des Bruchs“ mit der Kultur von oben. Für eine freidenkerische Kultur bietet sich in der Arena der Zivilgesellschaft ein weites Betätigungsfeld, z.B. in der Auseinandersetzung mit antisozialistischer und militaristischer Indoktrination im Bildungswesen, Trivialisierung der Massenkultur, Manipulation der Medien, Einflussnahme von staatlichen „Diensten“ und wirtschaftlichen „Sponsoren“ auf so genannte „Nichtregierungsorganisationen“ etc.

Quelle: klick

 

© Deutscher Freidenker-Verband e.V., Landesverband Sachsen-Anhalt, 2013 ~ Impressum