Landesverband Sachsen-Anhalt

Der erste Teil einer Antwort

Mittwoch, 15. Februar 2017 von Thomas

Wem nutzt organisierte Transparenz, insbesondere von der Wirtschaft geförderte und finanzierte, wenn nicht der Wirtschaft? So ist es durchaus ein Streitpunkt wie sich einer solchen Organisation gegenüber zu verhalten ist und ob Vereine/Organisationen angebotene Verpflichtungserklärung zeichnen sollten. Nur was ist eine solche Organisation, wem hat sie zu dienen, wessen Interessen zu vertreten? Diese Organisation ist ein politisches Instrument des Kampfes zum Erhalt der Macht, ein Instrument des Klassenkampfes und ein gutes Beispiel wie dieser ökonomisch, politisch und ideologisch geführt wird. Auf der Seite des DFV ist ein entsprechendes Dokument hinterlegt, in welchem sich mit einer entsprechenden Organisation auseinandergesetzt wird und begründet warum kein Interesse besteht sich an die Initiativen dieser Organisation zu beteiligen, dabei wird sich mit dem Thema allgemein, national, wie auch international beschäftigt. Im Folgenden die Verpflichtungserklärung mit Präambel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, welche für Vereine/Organisationen hierzulande gedacht ist und von mir mit einigen Anmerkungen versehen wurde: (more…)

Wofür steht Trump?

Sonntag, 20. November 2016 von Thomas

Über die Fraktionsspaltung im US-Monopolkapital – Gedanken –

Kurt Tucholsky wurde einmal gefragt, was er täte, hätte er die Macht. Er frug zurück: „Für wen habe ich die Macht?“ Die künftige Politik der USA zu prognostizieren bedeutet also zu identifizieren, welche Kapitalgruppen Donald Trump vertritt. Wie weit die marxistische Forschung durch den Umsturz in DDR und UdSSR zurückgeworfen wurde, kann man auch am Fehlen eines allgemeinen Verständnisses dieser Frage innnerhalb der kommunistischen Bewegung ablesen.

Victor Perlo unterschied noch 1960 in verschiedenen Büchern sieben wesentliche US-Kapitalgruppen. Doch kann man hier weiter verallgemeinern und zwei Hauptfraktionen unterscheiden, die letztendlich auf die Kolonisierungsgeschichte der USA zurückgehen: Zum einen gibt es die Gebiete, die einst französische Kolonie waren, nämlich die Provinz Louisiana entlang des Mississipi und von dort westwärts bis zum Pazifik. Der „mittlere Westen“ der USA, der eigentlich östlich des US-Mittelmeridians liegt, gehört dazu. Es dominiert die verarbeitende und Hochtechnologie-Industrie im engeren Sinne (historisch Ford, General Electric, General Motors, Westinghouse, Wal-Mart usw.). Dementsprechend strebt diese „Westküstenfraktion“ billige Energie, niedrige Zinsen und hohe Preise für Industrieprodukte an. Religiös orientiert sich diese Gruppe mehrheitlich am Katholizismus und außenpolitisch auch am Islam. Einige ihrer präsidialen Vertreter sind Barack Obama, William Clinton, Ronald Reagan, Gerald Ford, John F. Kennedy, Harry Truman.

In allen genannten Parametern stellt die „Ostküstenfraktion“ den Gegenpol dar. Rohstoff- und Dienstleistungskonzerne, dabei zentral Medien und Banken, erstreben hohe Rohstoffpreise, die auf die gesamte Produktionskette durchschlagen, die Inflation antreiben und zu höheren Zinsen und Gewinnen der Finanzkonzerne führen. Wichtig sind Exxon-Mobil, in dem vier Fünftel der Spaltprodukte des Rockefeller-Imperiums zusammengefaßt sind, und Chevron-Texaco, der Zusammenschluß der Standard Oil of California mit dem Clan der texanischen Erdölmonopolisten. Man beachte, daß auch Microsoft hierein integriert ist. Der Sitz Seattle liegt zwar am Pazifik, doch war der Bundesstaat Washington (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt Washington D.C.) britische Kolonie. Überdies wurde die Firma in Texas gegründet. Mit den Präsidenten Bush junior und senior, Carter, Nixon, Johnson, Eisenhower und Franklin D. Roosevelt setzten sie ihre Interessen um. Diese Fraktion ist eher protestantisch und jüdisch, außenpolitisch auch pro-orthodox. Donald Trump gehört eindeutig zu dieser Gruppe. (more…)

Gedenken an einen großen Reformator – Thomas Müntzer –

Montag, 24. Oktober 2016 von Thomas

Heute (31.10.13) ist Feiertag, Reformationstag und die Reformationsbewegungen an der Schwelle zur Neuzeit haben ihre Spuren hinterlassen. Dabei wird bei der Spurensuche durchaus sondiert und die Spuren in den Vordergrund gestellt, welche dem eignem Interesse dienlich sind. Da passt es heutzutage nicht unbedingt einen Reformator wie Thomas Müntzer zu ehren, eher wird bei Martin Luther stehen geblieben, mit welchem dessen Zeitgenosse Hieronymus Höltzel in seiner Schrift „Hoch verursachte Schutzrede und antwwort wider das Gaistlose Sanfftlebende fleysch zu Wittenberg“ abrechnete. Wie anderes auch, ist diese Streitschrift im Kontext ihrer Zeit zu sehen, sie ist auf dem Höhepunkt der Reformation, am Vorabend der Bauernkriege verfasst worden. Müntzer und seine Mitstreiter gingen mit ihren Vorstellungen von der Reformation weit über die Luthers hinaus, sie strebten die Befreiung des Volkes von seiner Knechtschaft an. Müntzer gehört zu den radikalen Kräften, welche nach 1521 weit über die Reformation Luthers hinausgingen und „sie stießen bis zu den revolutionären Konsequenzen einer Veränderung auch der weltlichen Herrschaft vor. In nur knapp fünf Jahren wurden neue Ideen hervorgebracht und zahlreiche Kräfte für den Kampf gegen die geistlichen und weltlichen Feudalgewallten mobilisiert. In dieser Zeit reifte auch Thomas Müntzer zum Prediger, Theologen und Streiter für die Revolution, für die Sache des „gemeinen Mannes“.“

In keinem Fall ist die historische Leistung Luthers zu schmälern, an der Schwelle zu einer neuen Zeit hat er Bahnbrechendes geleistet, nur sind Müntzer und seine Mitstreiter weit über dieses hinausgegangen und haben den Weg in eine neue Gesellschaft gewiesen. Am Rande sei aber auch daran erinnert, das Müntzer vor Luther in deutscher Sprache gepredigt hat. Somit gedenke ich heute am Reformationstag dem großen deutschen Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer!

Nachgedanke (01.11.2013):
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… nachdenken ist besser, Cui bono?

Freitag, 06. November 2015 von Thomas
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Bearbeitetes Bildschirmfoto

Transparenter Gegenstand einer Betrachtung, welcher sich mit organisierter Transparenz beschäftigt und deren Motivation und Funktion zu ergründen versucht. Wobei dieser Versuch durchaus gelingt, wenn sich mit dem gesamten Gegenstand der Betrachtung beschäftigt wird und nicht nur ein Teil des Textes Berücksichtigung findet. Letzteres ist auf einer Seite im Internet der Fall, auf welche ich dank der Mailingliste der Freidenker aufmerksam wurde. Auf der Seite selbst wird sich mit einem Text des Deutschen Freidenker-Verbandes auseinandergesetzt, wobei es den Anschein hat, dass sich eher mit bestimmten Ausdrucksformen und verwendeten Begriffen beschäftigt wird, als mit dem Inhalt. Nach einer irreführenden Überschrift wird praktischerweise anfänglich gelobt, ein jein zelebriert, um sich dann dem Text undifferenziert zu näher und ihm einer dementsprechenden Kritik auszusetzen. Das es im Text nicht um Transparenz im Allgemeinen, sondern im Besonderen geht, spielt beim Kritiker keine Rolle. Es kann nicht sein, was nicht sein darf, Transparenz ein Gebot der Stunde, ein Modewort, welches gern verwendet wird und so manche Lösung verspricht, gar institutionell betrieben, kritisch zu betrachten. So scheint Kritik nicht angebracht, an institutionalisierter Transparenz! Aber es scheint ja die Sonne, wobei der Autor die Hintergründe mancher sich mit Transparenz beschäftigenden Institution lieber im Dunkel lässt. Und gerade um letzteres geht es im gegenständlichen Text seiner Ausführungen, vollständig zu finden auf der Seite des DFV als PDF-Datei. Es werden Hintergründe manch nach Transparenz strebender Organisiertheit erhellt. So wird der Illusion von Transparenz fürs Volk kein Zucker gegeben, sondern festgestellt, warum es mancher Organisation mit Transparenz im Namen eigentlich geht und warum der Verband sich an dergleichen Organisiertheit nicht beteiligt.

Und wusste nicht des Volkes Mund früher schon zu verkünden: „wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!“
Letztlich geht es im Text des DFV also um eine Begründung, warum der DFV sich an einer bestimmten Initiative nicht beteiligen wird!
Übrigens sind im Text einige Links enthalten, welche sinnvollerweise als Beleg und Ergänzung zu nutzen sind. Ein Link führt zur aufklärerischen Auseinandersetzung mit Begriffsinhalten und gerade auch dieser Punkt sollte Berücksichtigung finden, wenn sich mit Erklärungen des DFV beschäftigt wird.
Zum Beitrag, mit dem Verweis auf diesen Beitrag, habe ich folgenden Kommentar in der Mailingliste hinterlassen:

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Suggestion ist alles, … ?

Freitag, 27. März 2015 von Thomas

Suggestion ist alles, insbesondere wenn es um die Verbreitung von Illusionen geht! Fraglich ob über bestimmte Aussagen weiter nachgedacht wird? So kommt manche Aussage heute gelegentlich als allgemeine Floskel daher, über welche leider nicht nachgedacht. In jedem Fall taugen Aussagen um Illusionen zu wecken, die Illusion von Entscheidungsfreiheit zum Beispiel. „1000 Plätze und erst 100 Meldungen“ ist ein Beitrag in der MZ von heute (6.6.2015) überschrieben, um den „Tag der Berufe“ geht es und „40 Firmen gewähren Einblick in (ihre) Arbeitswelt.“

Das Unternehmen Auszubildende suchen, ist allgemein bekannt, dass diese Unternehmen dabei nicht unbedingt immer finden, was sie brauchen, ist Gegenstand so mancher Betrachtung und der Fachkräftemangel soll ja allgemein sein. Demographie, richtiger eigentlich deren Gegenstand, die Bevölkerungsentwicklung, wird gelegentlich verantwortlich gemacht, bei genauer Betrachtung entpuppt sich diese aber als unwesentlicher als die Voraussetzungen, welche junge Menschen mitbringen. Mit Interesse für einen Beruf hat das allerdings weniger zu tun, sondern eher mit einem miserablen Bildungssystem. Und bei aller Suggestion individuellen Seins, ist der Mensch ein mit Bewusstsein ausgestattetes gesellschaftliches Wesen, er lebt nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern wird entscheidend von ihr geprägt. Da spielen bei jungen Menschen die Erfahrungen aus ihrer täglichen Lebensumwelt keine unbedeutende Rolle. Aber zurück zum eigentlichen Gegenstand dieser Betrachtung, den suggestiven Sprüchen, mit illusionistischem Hintergrund.
Mach doch, was Du willst“, heißt es im Beitrag, und „am Mittwoch, 11. März, beim „Tag der Berufe“.“ Nur ist dem so, kann dem so sein? Sicher und so stehen 1000 Plätzen, 100 Meldungen zu diesem Event der Arbeitsagentur gegenüber! Aber mal im Ernst, kann Mensch machen was er will? Letztlich bieten „40 verschiedene Unternehmen aus unserem Landkreis“ eine „Auswahl unter 100 Berufen“ an. Weiter unten im Beitrag der MZ ist zu lesen, dass es „etwa 330 Ausbildungsberufe und mehr als 16000 Studienmöglichkeiten“ gibt. Sollte es etwa sein, dass die meisten jungen Menschen, welche die Schule verlassen und sich nach einer Ausbildung umschauen, die angebotenen 100 Berufe nicht wollen?
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Infragestellen

Montag, 29. Dezember 2014 von Thomas

Gedenkstein an Kriegsgefangenenlager bei QuedlinburgInfragestellen heißt zweifeln!

Infragestellen fordert den Beweiß!
Nicht bedingungslose Anerkenntnis einer Aussage, eines Zustandes, eines Wertes, Inhaltes, etc.
Infragestellen bedeutet nachdenken über den Gegenstand der Betrachtung, über die Richtigkeit und Unrichtigkeit einer Aussage, über den Sinn von Werten und ihren Bezug zum gesellschaftlichen Sein! Infragestellen bedeutet die Frage nach Sinn und historischen Bestand zu stellen, Sinn zu hinterfragen, Entwicklung zu erkennen! Infragestellen ist eine Grundvoraussetzung zum Nachdenken über die Welt und „was die Welt, im innersten zusammenhält“*.
Infragestellen bedeutet die Anerkenntnis „…dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen,…“[1]
Mephistopheles:
„Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär´s, dass nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.“
Goethe, Faust – Der Tragödie erster Teil
1885 Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig
Seite 46 /Studierzimmer
*ebenda Seite 17/18 / Nacht
Th. Loch
 

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