{"id":1390,"date":"2024-07-18T16:06:16","date_gmt":"2024-07-18T14:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=1390"},"modified":"2024-07-18T16:13:12","modified_gmt":"2024-07-18T14:13:12","slug":"orla-und-thueringen-zwei-neue-namensdeutungen-aus-dem-keltischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=1390","title":{"rendered":"Orla und Th\u00fcringen \u2013 zwei neue Namensdeutungen aus dem Keltischen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-608\" src=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/P\u00f6mmelte01.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Witold Fischer, Jena<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<h2 align=\"justify\"><strong><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><u>1.Namen und Sprachen<\/u><\/span><\/span><\/strong><\/h2>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Um Namen richtig deuten zu k\u00f6nnen, ist es zun\u00e4chst erforderlich, die Sprache zu bestimmen, aus der die Bezeichnung stammt. An der Saale verlief \u00fcber vierhundert Jahre lang eine Grenze zwischen Slawen und Germanen. Dementsprechend erfolgt die Deutung von Ortsnamen in der Regel aus deren zwei Sprachen. Eine Ausnahme bildet Johann Karl Schauer mit seinem Aufsatz \u00fcber \u201edie richtige Ableitung und Erkl\u00e4rung des Ortsnamens Jena und der damit verwandten\u201c,<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a> wo er eine keltische Deutung vieler Ortsnamen vorschl\u00e4gt. Das ist deshalb selten, weil die g\u00e4ngige Lehrmeinung davon ausgeht, die Kelten h\u00e4tten sich zwar um 500 v.u.Z., zu Beginn der La-Ten\u00e8-Zeit, \u00fcber den Kamm des Th\u00fcringer Waldes hinweg nach Altth\u00fcringen ausgebreitet, um 400 v.u.Z. aus welchem Grund auch immer aber wieder hinter jenen Kamm zur\u00fcckgezogen und daher in unserem Gebiet keine Namen hinterlassen.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a> Wie soll man sich das vorstellen? Warum sollten sie ihre im heutigen Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen gelegenen Siedlungen pl\u00f6tzlich verlassen haben? Im Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte in Halle sind in der Eisenzeitabteilung keltische Fibeln und Gewandspangen sowie deren Nachbildungen durch Germanen ausgestellt. Konkret findet sich auch eine \u201eNachbildung\u201c aus Jena an der Unstrut. Um Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse auszuschlie\u00dfen kontaktierte ich den verantwortlichen Arch\u00e4ologen Dr. Schwarz. Er verwies auf die von Arch\u00e4ologen als Naumburger Gruppe bezeichneten vorgeschichtlichen Bewohner, die Ptolem\u00e4us im zweiten Jahrhundert als \u201eTeuriocha\u00eemai\u201c verzeichnet. Jene Teurier seien ein stark keltisierter Germanenstamm gewesen und auch der Name sei keltisch. Dies erkl\u00e4re die \u00dcbernahme keltischer Kulturtechniken an der Saale. Teurier k\u00f6nne im keltischen Sprachraum so etwas wie \u201edie am Hange des Gebirges siedelnden\u201c gehei\u00dfen haben. Schwarz verwies noch auf den Ort Theuern am S\u00fcdhang des Th\u00fcringer Waldes. Mit meinen Worten: Der enge Kulturkontakt zu den Kelten blieb auch bis in die r\u00f6mische Eisenzeit bestehen und k\u00f6nnte also daf\u00fcr sorgen, da\u00df an der Saale keltische Namen benutzt wurden, so wie wir heute auf deutschen Territorium jede Menge englische oder englisch-sein-sollende Namensbildungen beobachten, selbst wenn es keine Kelten n\u00f6rdlich des Th\u00fcringer Waldes gegeben haben sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Kommen in Altth\u00fcringen keltische Namen vor? Um diese Frage zu bejahen, sollen in diesem Aufsatz der Flu\u00dfname Orla und der Landesname Th\u00fcringen aus dem schottisch-g\u00e4lischen gedeutet werden. Matthias Springer, auf dessen Beitrag zur Konferenz \u00fcber die Fr\u00fchzeit der Th\u00fcringer<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a> ich hier aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden hinsichtlich Quellen, Forschungsstand und Diskussion bestimmter Fragen Bezug nehme und verweisen mu\u00df, wird mich an dieser Stelle zurecht eines Zirkelschlusses bezichtigen. Doch ist meine Logik die: Namensdeutungen m\u00fcssen auf die materielle Lebensweise derer passen, die die Namen sch\u00f6pften. An der Qualit\u00e4t dieses Passens entscheidet sich, welche Deutung richtig ist. Die Aufgabe dieses Beitrages ist also, eine solche Interpretation in die Diskussion zu werfen. Denn nur was da ist, kann daraufhin \u00fcberpr\u00fcft werden, ob es pa\u00dft (oder zumindest besser als andere Varianten). Man kann es auch verwerfen.<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zun\u00e4chst sei auf eine Reihe deutscher Namen an der Saale verwiesen, die sich daher unserer Sprache zuordnen lassen, weil sie ohne Schwierigkeiten verst\u00e4ndlich sind: Von Jena flu\u00dfaufw\u00e4rts <i>Rothenstein<\/i>,<i> Orlam\u00fcnde <\/i>(wenn der Flu\u00dfname als gegeben angesehen wird), <i>Rudol(f)stadt, Schwarza <\/i>(wieder als M\u00fcndungsort des gleichnamigen Flusses)<i>, Saalfeld, Fischersdorf<\/i>, aber auch flu\u00dfabw\u00e4rts <i>Pforte (<\/i>was aus dem Latein ins Deutsche drang) und <i>Wei\u00dfenfels<\/i>. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dann gibt es Ortsnamen, die am Suffix <i>-itz <\/i>als zumindest slawisch \u00fcberformt zu erkennen sind: <i>Obernitz<\/i> l\u00e4\u00dft sich auf <i>o(d)brana<\/i> zur\u00fcckf\u00fchren, was Verteidigung hei\u00dft. Dementsprechend handelt es sich um einen Ort an der Schutzwehr, und in der Tat ist der Ort ein slawischer Br\u00fcckenkopf auf der Saalewestseite oberhalb von Saalfeld gewesen. Man kann in gleicher Weise die Nachbarorte <i>Weischwitz, Reschwitz <\/i>und<i> Breternitz <\/i>erg\u00e4nzen, saaleabw\u00e4rts <i>Kolkwitz<\/i>, <i>P\u00fcrsch\u00fctz<\/i>, <i>Oelknitz<\/i>, vielleicht <i>Steudnitz<\/i>. Doch auch <i>St\u00f6ben <\/i>d\u00fcrfte ein slawischer Name sein: <i>stub <\/i>steht in dieser Sprache f\u00fcr so etwas wie Pfosten. Ebenso wie der Geraer Ortsteil <i>Stublach<\/i> an der Wei\u00dfen Elster liegt es im \u00dcberschwemmungsgebiet des Flusses, so da\u00df es sich empfiehlt, H\u00e4user auf Holzstelzen zu bauen. Der Jenaer Ortsteil <i>Zw\u00e4tzen <\/i>hei\u00dft wie das Geraer <i>Zw\u00f6tzen <\/i>und weitere aus dem Slawischen \u00fcbersetzt einfach \u201eBlumen\u201c. Man kann weder bestreiten, da\u00df meine gerade gegebene Deutung der slawischen Namen umstritten ist, noch da\u00df es in jedem Falle viele slawische Ortsnamen an der Saale gibt, \u00f6stlich der Saale sowieso.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und dann gibt es die dritte gro\u00dfe Namensgruppe an der Saale, an der Interpretationen aus dem Germanischen und dem Slawischen sowie ihren Nachfolgesprachen mehr oder weniger gnadenlos scheitern. Nur erw\u00e4hnt seien aus Platzmangel <i>Jena<\/i>, <i>Kahla<\/i>, <i>Cospeda<\/i>, <i>Camsdorf<\/i>, <i>Camburg, L\u00f6bstedt<\/i>,<i> Lobeda<\/i>, <i>Halle <\/i>und so weiter. (Die Rede ist hier nicht von den Suffixen <i>-burg<\/i>, <i>-dorf <\/i>oder <i>-stedt <\/i>u.\u00e4., die in der Regel sp\u00e4ter angeh\u00e4ngt wurden.) Als ich seinerzeit unter Zeitdruck erstmals den erw\u00e4hnten Aufsatz Johann Karl Schauers las, der alle diese Namen, und zwar ebenfalls wenig \u00fcberzeugend, aus dem Keltischen zu erkl\u00e4ren versucht, war mir klar: Wenn sich nur ein Zehntel von ihnen sinnvoll aus dem Keltischen erkl\u00e4ren lie\u00dfe, w\u00e4re der Existenzbeweis f\u00fcr Namen aus dieser Sprache in unserem Raum gef\u00fchrt. Ich m\u00f6chte mit dem Namen <i>Orla <\/i>anfangen, da sich die Sache hier m.E. am klarsten darstellt.<\/span><\/span><\/p>\n<h2 align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><u><b>2.Orla<\/b><\/u><\/span><\/span><\/h2>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zun\u00e4chst die alternativen Interpretationen des Namens Orla: Heinz Rosenkranz schreibt in seinem Buch \u00fcber die Ortsnamen des Bezirkes Gera:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u201e<span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Einige weitere alte Flu\u00dfnamen k\u00f6nnten schon von den ersten germanischen Siedlern gepr\u00e4gt worden sein. Hier ist die Orla zu nennen, die vielleicht wie die Aare in der Schweiz zun\u00e4chst *Arula hie\u00df zur Wurzel or- \u201aflie\u00dfen\u2019, dann aber von den Slawen umgedeutet wurde als *Orela ,Adlerflu\u00df\u2019 zu slawisch orel ,Adler\u2019 und endlich von den Deutschen als ,Orla\u2019 wieder \u00fcbernommen wurde.\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich m\u00f6chte zur slawischen Variante bedenken geben, da\u00df sich ausgerechnet V\u00f6gel aller Art sehr schlecht lokalisieren lassen, was von ihnen abgeleitete topografische Bezeichnungen fraglich macht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Keltisch ist \u201eor\u201c<i> <\/i>das Gold (von lateinisch <i>aurum<\/i>), \u201e-lag\u201c<i> <\/i>bzw. \u201e-lagan\u201c<i> <\/i>bedeutet die Mulde oder Senke.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a> Demnach w\u00e4re die Orla die Goldsenke. In der Tat schlie\u00dft die Orla in ihrem Oberlauf die Schichten des Zechsteins auf. Am Grunde des Zechsteinmeeres lagerten sich im Oberperm diejenigen Rohstoffe ab, die in der Vorgeschichte entscheidende Bedeutung besa\u00dfen: Kupfer, Salz, auch Gold. Noch heute ist der linke Nebenflu\u00df der Saale, der oberhalb der Orla in diese einm\u00fcndet, n\u00e4mlich die Schwarza, der goldreichste Flu\u00df Deutschlands. Man findet Gold auch in den Saaleschottern Jenas, die lediglich durch Umlagerung von weiter oben entstanden sind, also z.B. von der Orla. Die keltische Anwesenheit an Orla und Saale kann als gegeben angesehen werden: Der Rote Berg bei Saalfeld zeigt Spuren keltischer Eisenmetallurgie, der Name Kaulsdorf k\u00f6nnte sich auf den keltischen Stamm der Kaulen beziehen, auf dem Gel\u00e4nde des neuen Parkplatzes unterhalb der Leuchtenburg fand sich ein Brennofen aus der La-Ten\u00e8-Zeit, Namen wie <i>Triptis<\/i> sind uralt. Der Suffix <i>-is <\/i>l\u00e4\u00dft sich dabei aus dem Vorindogermanischen als \u201eWasser\u201c interpretieren, was aber hier viel zu weit ab f\u00fchrt. Ein indirekter Beweis f\u00fcr das Sich-Hinziehen keltischer Siedlung von Kaulsdorf \u00fcber den Roten Berg \u00fcber Kamsdorf und Kr\u00f6lpa bis zur Orla ist das Fehlen eindeutig nichtslawischer und nichtgermanischer Ortsnamen an der Saale zwischen Kaulsdorf und Krossen. W\u00e4hrend sich an der Saale also \u00f6fter unklare Ortsnamen finden, die ich als keltisch mutma\u00dfe, fehlen solche genau in dem Saaleabschnitt, zu dem eine keltische Umgehungsroute besteht. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Niederkrossen wiederum ist bereits der Nachbarort von Orlam\u00fcnde. Eine Senke ist das Tal der Orla sowieso. Man sollte auch die Lebensweise der Kelten bedenken: W\u00e4hrend altdeutsche Ortsnamen oft Grundbesitzer bezeichnen <i>(-leben <\/i>= das Lehen)<i> <\/i>und die slawischen Ackerbauern sich an Vegetationsgruppen orientierten, waren f\u00fcr die Kelten Rohstoffe wichtig, insbesondere Salz, Metalle und Bernstein, weil sich diese Stoffe wegen ihrer Haltbarkeit f\u00fcr den Fernhandel zwischen der antiken Mittelmeerwelt und Germanien eigneten. Dieser Fernhandel lag nach der gegenw\u00e4rtig dominierenden Auffassung der Pr\u00e4historiker etwa ein Jahrtausend lang in keltischer Hand. Kann auch der Name <i>Orla <\/i>soweit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden?<\/span><\/span><\/p>\n<h2 align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><u><b>3.Die Kelten und das Salz<\/b><\/u><\/span><\/span><\/h2>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Oben erw\u00e4hnte ich, auf den Ort Theuern am S\u00fcdhang des Th\u00fcringer Waldes und seine mutma\u00dflich Bedeutung \u201edie am Hange des Gebirges siedelnden\u201c aufmerksam gemacht worden zu sein. Mir schien das eine zu sperrige und \u201eBergleute\u201c eine viel treffendere Bezeichnung zu sein. Auf was k\u00f6nnten diese Leute Bergbau betrieben haben? Da fiele mir vor allem das Salz ein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Rolle des Salzes als Zahlungsmittel in der (Vor-)Geschichte wird m.E. untersch\u00e4tzt. In den Worten Sold, S\u00f6ldner und Soldat tritt es uns als solches entgegen. Es hat gegen\u00fcber Metallgeld gro\u00dfe Vorteile. Man kann es durch Verkostung sofort auf Reinheit pr\u00fcfen und gegebenenfalls von irgendwelchen Bittersalzen unterscheiden. Es hat als damals einziges Konservierungsmittel unmittelbaren Gebrauchswert. Salz kann man schnell und einfach in passende Mengen teilen, was bei Gold- und Silberm\u00fcnzen schwierig ist. Problem: Salzhorte werden vom Wasser ausgewaschen, Metallhorte bleiben. Das tr\u00e4gt sicherlich zur Untersch\u00e4tzung der Rolle des Salzes in der Vorgeschichte bei. Sprachwissenschaftlich kann \u201eGeld\u201c genauso gut mit den \u201eKelten\u201c wie mit \u201eGold\u201c verwandt sein. Nun lebten die Teurier an der Salzbergbauzone schlechthin, n\u00e4mlich an der sogenannten Finnest\u00f6rung. Diese bildet noch heute eine Grenze, n\u00e4mlich die der Bundesl\u00e4nder Th\u00fcringen und Sachsen\/Anhalt, liegt also mitten in Altth\u00fcringen. Dort liegen Bad Sulza und Bad K\u00f6sen mit ihren Gradierwerken, aber auch Ro\u00dfleben, Sondershausen, Bleicherode und Bischofferode, um nur die bedeutendsten Salzbergwerke zu nennen. Westlich der Saale bildet die St\u00f6rung einen H\u00f6henzug, eben die Finne, auch Schm\u00fccke, \u00f6stlich der Saale taucht die St\u00f6rung ins Unterirdische ab.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">An dieser Stelle der \u00dcberlegung stellte ich die Hypothese auf, da\u00df es sich bei den Teuriern von der Namensbedeutung her um Salzbergleute gehandelt habe.<\/span><\/span><\/p>\n<h2 align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><u><b>4.Namen mit der Lautfolge d\/t-r-n<\/b><\/u><\/span><\/span><\/h2>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dazu beigetragen hat die Konsonanten-Abfolge d-r-n oder t-r-n. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">(F\u00fcr Leser, die sich wundern, warum Sprachwissenschaftler die Vokale ignorieren, sei Voltaires Spruch angef\u00fchrt, der sagte, die Linguistik sei eine Wissenschaft, in der die Konsonanten nichts und die Vokale noch weniger g\u00e4lten. Im Vorerzgebirge hei\u00dft es: Wo de Hasen Hosen hee\u00dfen, hee\u00dfen die Hosen Husen. Wie dem auch sei \u2013 die Wortbedeutung steckt in den Konsonanten, nicht in den Vokalen, weshalb die semitischen Sprachen die Vokale gar nicht aufschreiben.)<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">D-r-n-Orte strotzen in der Regel vor Salz. Beispiele: Zwischen Dornburg und Dorndorf liegen an der Saale die Sulzewiesen, es gibt Dornd\u00f6rfer des weiteren genau auf der salzgef\u00fcllten Finnest\u00f6rung, dem f\u00fcr den Salzabbau bekannten Werratal (Merkers) und im Salzlandkreis, n\u00e4mlich gegen\u00fcber von P\u00f6mmelte an der Elbe. Bad D\u00fcrrenberg, ein wenig n\u00f6rdlich der Finnest\u00f6rung gelegen, hat auch ein Gradierwerk. Th\u00fcringenhausen liegt wieder am Finnest\u00f6rungss\u00fcdhang bei Sondershausen. Es gibt noch ein Dorndorf bei Heringen, Dornstedt bei Querfurt, Dornheim bei Arnstadt und weitere, wo ich bisher kein Salz gefunden habe, vor allem weil ich noch nicht danach suchen konnte. Mein Fokus liegt auf der mittleren Saale und dem Gebiet \u00f6stlich davon bis zur Wei\u00dfen Elster. Ich warne uns Namenskundler davor, unsere Interpretationen auf Gebiete auszudehnen, in denen wir nicht heimisch sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">N\u00e4her an der Bezeichnung \u201eTh\u00fcringen\u201c als die Lautkombination d-r-n ist nat\u00fcrlich die Lautkombination t-r-n. Sie tritt uns z.B. in der alten Schreibweise eines der Dornd\u00f6rfer gegen\u00fcber, welches nach 830 <i>Theodendorpf <\/i>geschrieben wurde, in <i>Dornaw <\/i>(Torna) bei Gera, <i>Turnow<\/i>, heute Dorna geschrieben, s\u00fcdlich von Stadtroda, <i>Turnowe<\/i>, jetzt Tornau n\u00f6rdlich von Halle, <i>Turnewen <\/i>bei Tr\u00f6glitz, jetzt Torna, <i>Turnuuua<\/i>, heute Tornau bei Hohenm\u00f6lsen, dem schon erw\u00e4hnten Theuern am S\u00fcdhang des Th\u00fcringer Waldes und bei Teuchern (976 <i>Ducharin<\/i>) am Nordhang der besagten Finnest\u00f6rung.<i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a> <\/i>Wie sich von selbst versteht, ist diese Aufz\u00e4hlung absolut unvollst\u00e4ndig. Am interessantesten sind die beiden letztgenannten Orte: Theuern und Teuchern. Offenbar handelt es sich um dasselbe Wort. Warum man das ch in Teuchern genauso vernachl\u00e4ssigen kann wie das ck in im Wort \u201etrocken\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a> (wenn das Wasser verdampft ist, bleibt das Salz und der Kalk), erschlie\u00dft sich, wenn man der Theorie von Heinrich Langenkamp folgt: Er macht darauf aufmerksam, da\u00df schon am 1.8.976 <i>Ducharin <\/i>als Name des Gaues s\u00fcdlich von Wei\u00dfenfels auftaucht und f\u00fchrt ihn auf das keltische <i>tighearn <\/i>zur\u00fcck: \u201eDurch vergleichende Sprachforschung hat Dr. Riecke festgestellt, da\u00df der Name Teuchern h\u00f6chstwahrscheinlich keltischen Ursprungs ist, denn im Keltischen bedeutet tighearn (spr. = teichern) ein Haus, einen Wohnsitz, tighearna einen Herrn, tighairon einen Waffenplatz.\u201c<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote8sym\" name=\"sdendnote8anc\"><sup>viii<\/sup><\/a> Dieser keltische -gh-Laut kann, besonders im germanischen Sprachraum westlich der Saale, fl\u00fcchten, wie bei Theuern, oder, besonders bei den Slawen \u00f6stlich der Saale mit ihrer Vorliebe zu Zischlauten, zu einem solchen mutieren, wie bei Teuchern. Die Namensbedeutung der Orte w\u00e4re damit \u201edie Herren\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nun w\u00e4re es zu sch\u00f6n, wenn wir damit die Herkunft des Namens Th\u00fcringen gekl\u00e4rt h\u00e4tten. Wie wir gleich sehen werden, ist das nicht der Fall. Spa\u00dfeshalber sollten wir jedoch diese Variante kurz durchdenken.<\/span><\/span><\/p>\n<h2 align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><u><b>5.Th\u00fcringen<\/b><\/u><\/span><\/span><\/h2>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Eine g\u00e4ngige Hypothese lautet: Das Th\u00fcringer Reich entstand um 400, als \u2013 wegen der sp\u00e4tantiken kleinen Eiszeit, der k\u00e4ltesten Phase des Holoz\u00e4ns<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote9sym\" name=\"sdendnote9anc\"><sup>ix<\/sup><\/a> &#8211; die germanischen St\u00e4mme der Angeln und Warnen aus Skandinavien in w\u00e4rmere Gefilde nach S\u00fcden flohen und sich gegen die Einheimischen durchsetzten. (Ohnehin beobachte ich die Tendenz einer st\u00e4rkeren staatsbildenden Kraft bei V\u00f6lkern, die in kaltem Klima leben, verglichen mit solchen aus der W\u00e4rme. Deshalb setzte sich in der Geschichte der Norden auf der Nordhalbkugel ziemlich fl\u00e4chendeckend gegen den S\u00fcden durch, angefangen bei Rom versus Karthago bis hin zur Kolonisierung Afrikas im 19.Jahrhundert.) Neuere Untersuchungen der DNS zeigen f\u00fcr das Gebiet Altth\u00fcringens einen geringeren germanischen Erbanteil als darum herum, deuten also auch darauf hin, da\u00df die urspr\u00fcngliche Bev\u00f6lkerung nichtgermanisch war.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote10sym\" name=\"sdendnote10anc\"><sup>x<\/sup><\/a> Was war sie dann?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Matthias Springer weist nach, da\u00df es keine (H)Ermunduren, deren Endung die Lautkombination d-r-n enth\u00e4lt, waren. Er fa\u00dft den Begriff Th\u00fcringen aber sehr eng und bezieht ihn nur auf das heutige Bundesland, nicht auf das altth\u00fcringer Reich im ganzen.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote11sym\" name=\"sdendnote11anc\"><sup>xi<\/sup><\/a> Im sehenswerten Arch\u00e4ologiemuseum in K\u00f6then tauchen die Hermunduren genau dort und dann (73 v.u.Z.) auf, wenn die Kelten am gleichen Ort zur gleichen Zeit verschwinden. Ich mache es mir einfach und sage: Hermunduren sind ein keltischer Stamm. Springer ortet die Ermunduren an der Donau und schwerpunktm\u00e4\u00dfig in B\u00f6hmen. Dort genau soll sich wiederum nach den vorherrschenden Theorien in der La-Ten\u00e8-Zeit das Siedlungszentrum der Kelten befunden haben. Zudem pl\u00e4diere ich f\u00fcr unscharfes Hinsehen: Je weiter wir in der Geschichte zur\u00fcckgehen, desto weniger Sprachen kommen vor, denn Ausdifferenzierung, auch von Sprachen, ist ein Merkmal der H\u00f6herentwicklung. Verschiedene Keltenst\u00e4mme sollen somit dieselbe Sprache gesprochen haben. Mangels anderer Kandidaten favorisiere ich damit die Kelten als vorgermanische Einwohner Altth\u00fcringens. Die Ausf\u00fchrungen des Tacitus stehen damit nicht im Widerspruch, da von ihm bekannt ist, da\u00df er Kelten und Germanen oft verwechselte. Logisch, denn erst trennten sich die romanischen Sprachen von den keltogermanischen, erst sp\u00e4ter trennten sich das Keltische und das Germanische voneinander ab. So, wie wir heute zwischen den verschiedenen slawischen V\u00f6lkern eher das Gemeinsame als das Trennende sehen m\u00f6gen, mag es auch Tacitus mit Kelten und Germanen ergangen sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es gibt an dieser Stelle eine kleine Komplikation: Namen sind Fremdbezeichnungen. Sind sie es nicht, nennen wir diese Namen \u201ePseudonyme\u201c, also falsche Namen. Das trifft auf Gegenst\u00e4nde zu (klar), einzelne Menschen (die bei Taufe oder Geburt den Namen von ihren Eltern erhalten), aber auch f\u00fcr V\u00f6lker. Sich selbst bezeichnet man n\u00e4mlich nicht mit einem Namen, sondern mit \u201eich\u201c oder \u201ewir\u201c, den eigenen Ort mit \u201ehier\u201c, \u201ebei uns\u201c oder so. Nur Fremde sch\u00f6pfen Namen, um sich zu orientieren. Daraus, da\u00df die Lautfolge d-r-n oder t-r-n mit dem Salz korreliert, kann man schlu\u00dffolgern, da\u00df diese tighearna viel mit Salz zu tun gehabt haben m\u00fcssen. Weil tighearna aber ein keltischer Name w\u00e4re, kann er sich nur auf ein anderes Volk beziehen. Das w\u00e4ren dann Angeln und Warnen, die ja in der Tat das altth\u00fcringer Reich geschaffen und regiert haben sollen. Zum Zusammenhang von Salz, also Geld, und Herrschaft, denken wir an Carl Orffs Oper \u201eDie Kluge\u201c, wo es hei\u00dft: \u201eWer das Geld hat, hat die Macht, und wer die Macht hat, hat das Recht, und wer das Recht hat, beugt es auch, denn hinter allem steht Gewalt.\u201c Die D-\/T-r-n-Orte w\u00e4ren damit die Siedlungen der Angeln und Warnen in der keltischen Sprache der Ureinwohner. Die Entstehungszeit dieser Namen w\u00e4re dann w\u00e4hrend der klimatisch bedingten S\u00fcdwestwanderungswellen um 400 unserer Zeit.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ist nun auch der Name Th\u00fcringen gekl\u00e4rt, sozusagen als Land der Th\u00fcringer, der \u2013 eingewanderten \u2013 Herren? Leider nein, sagt Wolfgang Haubrichs auf der besagten Konferenz \u00fcber die Fr\u00fchzeit der Th\u00fcringer.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote12sym\" name=\"sdendnote12anc\"><sup>xii<\/sup><\/a> Denn, so f\u00fchrt er dort \u00fcberzeugend aus, der Anlaut des Namen sei im Original ein \u201e\u00de\u201c, was man wie das englische th zu sprechen habe. Im Germanischen wie auch im Slawischen gibt es sehr wohl den Lautwandel von \u00de zu t oder d, aber nicht den umgekehrten Fall. Da\u00df wir heute T\u00fcringen sagen, kann also durch die Gesetze der Sprachwissenschaft erkl\u00e4rt werden, aber aus keltisch tighearna kann kein Th\u00fcringen entstehen, jedenfalls nicht im Umfeld der deutschen und slawischen Sprache. Haben die Kelten selbst einen solchen Lautwandel vollzogen? Das Keltisch-W\u00f6rterbuch gibt die heutige Schreibweise wieder, in der vielleicht eine sehr alte Aussprache steckt, denn als isolierte Sprache entwickelt sich keltisch langsam. Wenn es aber keltisch den Wandel von \u00de zu t- g\u00e4be, und zwar nach dem Auftauchen des Th\u00fcringer-Namens in der Antike, z.B. bei Ptolem\u00e4us, k\u00f6nnte man tighearna und Th\u00fcringer gleichsetzen. Ich mu\u00df mangels Kenntnis die Frage einstweilen offen lassen. Das zweite Problem ist freilich die Datierung. Wenn erst w\u00e4hrend der V\u00f6lkerwanderungszeit im 5.Jhd. n.Chr. der Name t-r-n entsteht, kann es nicht derselbe sein, den Ptolem\u00e4us berichtet. Doch es gibt schon vorher germanische S\u00fcdwestwanderungen, z.B. gerade um den Wechsel von der Hallstatt- zur La-Ten\u00e8-Kultur. Dieser wird auf etwa 500 v.u.Z. angesetzt. Zu dieser Zeit bricht der keltische Fernhandel \u00fcber die Alpen ab. Karl Peschel tappt hinsichtlich der Ursachen 1983 noch im Dunklen.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote13sym\" name=\"sdendnote13anc\"><sup>xiii<\/sup><\/a> Inzwischen ist die Klimaforschung fortgeschritten. Wie wir heute wissen, k\u00fchlte sich das Klima von etwa 700 bis 300 v.u.Z. st\u00e4ndig ab. Die \u00dcberquerung der Alpen, von Massalia, heute Marseille, kommend, Rhone-aufw\u00e4rts, danach Rhein-abw\u00e4rts, scheiterte nun an der Vergletscherung. (Man beachte die Namensgleichheit von Rhone und Rhein!) Der Fernhandel war nunmehr gezwungen, die Alpen zu umgehen. Ich halte es nicht f\u00fcr Zufall, da\u00df sich in jener Zeit der Siedlungsschwerpunkt des keltischen Gebietes von der heutigen Schweiz nach der Donau, die n\u00e4mlich genau die Alpen umgeht, verlagert. Da\u00df beim Aufeinandertreffen von Germanen und Kelten schon tausend Jahre vor der Entstehung des altth\u00fcringer Reiches die Germanen milit\u00e4risch die Oberhand behielten und zu \u201eHerren\u201c wurden, halte ich aus den oben angef\u00fchrten Gr\u00fcnden f\u00fcr gegeben und eine Namensentstehung in dieser Zeit f\u00fcr m\u00f6glich.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie dem auch sei: Die Deutung Th\u00fcringer = \u201edie Herren\u201c ist nicht allzuweit von Haubrichs Interpretation Th\u00fcringer = \u201edie Starken\u201c entfernt, was er als phonologisch, morphologisch und semantisch als gesichert dartut. Die Herren, sind das unter den damals obwaltenden Kampftechniken nicht die k\u00f6rperlich Starken?<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i<\/a>J. K. Schauer: \u00dcber die richtige Ableitung und Erkl\u00e4rung des Ortsnamens Jena und der damit verwandten. Sprachwissenschaftlich entwickelt und dargestellt. Nebst geistlichen Liedern und Gedichten zur dreihundertj\u00e4hrigen Jubelfeier der Einweihung der Universit\u00e4t Jena, Weimar 1858, nachgedruckt in: Norbert Nail u. Joachim G\u00f6schel (Hrsg.): \u00dcber Jena. Das R\u00e4tsel eines Ortsnamens. Alte und neue Beitr\u00e4ge, hrsg. u. komm. v. Norbert Nail u. Joachim G\u00f6schel (= Zeitschrift f\u00fcr Dialektologie und Linguistik. Beihefte, hrsg. v. Joachim G\u00f6schel i. V. m. Heinrich J. Dingeldein, Rudolf Freudenberg u. Dieter Stellmacher, Heft 104), Stuttgart 1999, S. 35\u2015104. <\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii<\/a>Diese Lehrmeinung ist u.a. dargelegt beim f\u00fchrenden Keltenarch\u00e4ologen der DDR. Karl Peschel: (VII.) Germanen und Kelten, in: Die Germanen. Geschichte und Kultur der germanischen St\u00e4mme in Mitteleuropa. Ein Handbuch in zwei B\u00e4nden, hrsg. v. einem Autorenkollektiv unter Leitung von Bruno Kr\u00fcger, Bd.I: Von den Anf\u00e4ngen bis zum 2.Jahrhundert unserer Zeitrechnung, Berlin 4.Aufl. 1983, S. 241\u2015263.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii<\/a>Matthias Springer: Zwischen (H)Ermunduren und Th\u00fcringern besteht kein Zusammenhang, in: Helmut Castritius, Dieter Geuenich u. Matthias Werner (Hrsg.): Die Fr\u00fchzeit der Th\u00fcringer. Arch\u00e4ologie, Sprache, Geschichte (= Erg\u00e4nzungsband zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, hrsg. v. Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer, Bd. 63), Berlin\/New York 2009, S. 135\u2015169.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote4\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv<\/a>Heinz Rosenkranz: Ortsnamen des Bezirkes Gera, hrsg. v. Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik, Kreissekretariat Greiz, Greiz 1982, S.10.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote5\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v<\/a>Bernhard Maier: W\u00f6rterbuch Schottisch-G\u00e4lisch\u2014Deutsch\/Deutsch\u2014Schottisch-G\u00e4lisch, Hamburg 2011, S.135, 111. Warum ich dieses W\u00f6rterbuch verwende, werde ich hoffentlich in einer der n\u00e4chsten Jahrbuchausgaben zu erl\u00e4utern Gelegenheit haben.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote6\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi<\/a>Alte Schreibweisen und urkundliche Erw\u00e4hnungen aus: J\u00fcrgen K.Fischer: Mittelalter. Miteldeutschland. Ereignisse und Ortsnamen, Rehmsdorf\/Elsteraue 2016, S. 138, 301, 332 , 231, 284, 186, 148. Dort finden sich die Quellenangaben und auch Deutungsans\u00e4tze.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote7\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii<\/a>Den Hinweis darauf verdanke ich Johannes Kerstan.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote8\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote8anc\" name=\"sdendnote8sym\">viii<\/a>Die Geschichte der Stadt Teuchern und Umgegend, hrsg. im Auftrage der Stadt v. Heinrich Langenkamp, Teuchern 1942, S.19.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote9\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote9anc\" name=\"sdendnote9sym\">ix<\/a>Kyle Harper: Fatum. Das Klima und der Untergang des R\u00f6mischen Reiches, M\u00fcnchen 2020, S. 36.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote10\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote10anc\" name=\"sdendnote10sym\">x<\/a>Wie Anmerkung 7.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote11\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote11anc\" name=\"sdendnote11sym\">xi<\/a>Wie Anmerkung 3.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote12\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote12anc\" name=\"sdendnote12sym\">xii<\/a>Wolfgang Haubrichs: Der \u201eName\u201c der Th\u00fcringer, in: Helmut Castritius, Dieter Geuenich u. Matthias Werner (Hrsg.): Die Fr\u00fchzeit der Th\u00fcringer. Arch\u00e4ologie, Sprache, Geschichte (= Erg\u00e4nzungsband zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, hrsg. v. Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer, Bd. 63), Berlin\/New York 2009, S. 83\u2014102.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote13\">\n<p class=\"sdendnote\"><span style=\"font-family: Book Antiqua, serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote13anc\" name=\"sdendnote13sym\">xiii<\/a>Wie Anmerkung 2.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Witold Fischer, Jena 1.Namen und Sprachen Um Namen richtig deuten zu k\u00f6nnen, ist es zun\u00e4chst erforderlich, die Sprache zu bestimmen, aus der die Bezeichnung stammt. An der Saale verlief \u00fcber vierhundert Jahre lang eine Grenze zwischen Slawen und Germanen. Dementsprechend erfolgt die Deutung von Ortsnamen in der Regel aus deren zwei Sprachen. Eine Ausnahme bildet Johann Karl Schauer mit seinem Aufsatz \u00fcber \u201edie richtige Ableitung und Erkl\u00e4rung des Ortsnamens Jena und der damit verwandten\u201c,i wo er eine keltische Deutung vieler [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1280,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[75],"tags":[76,6,12],"class_list":["post-1390","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-historische-betrachtung","tag-betrachtung","tag-bildung","tag-geschichte"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Alte-Eiche-scaled.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1390"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1393,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1390\/revisions\/1393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}