{"id":837,"date":"2022-07-26T21:19:45","date_gmt":"2022-07-26T19:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=837"},"modified":"2022-07-27T20:49:22","modified_gmt":"2022-07-27T18:49:22","slug":"gedanke-zum-tag-was-ist-schon-theorie-ohne-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=837","title":{"rendered":"Gedanke zum Tag, was ist schon Theorie, \u2026 ohne Praxis?"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><i><a href=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/MEW21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-838 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/MEW21-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/MEW21-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/MEW21-144x144.jpg 144w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/i><i>Erkenntnis was immer sie auch ist, oder wie sie daherkommt, ist in der Regel konkret historisch und hat eine weltanschauliche Basis. Heute basieren sehr viele Erkenntnisse auf einer weltanschaulich idealistischen Basis, entsprechend der Grundfrage einer jeden Philosophie, darauf wurden die Menschen seit Jahrzehnten auch im Osten des Landes konditioniert. Allerdings als der Osten des Landes noch DDR gewesen, war es anders, die allgemeine weltanschauliche Basis war materialistisch, es wurde viel Wert auf den dialektischen und historischen Materialismus und dessen Anwendung gelegt, allerdings zum Teil auch der Grundstein f\u00fcr den heutigen Idealismus. Wie so etwas funktioniert, ist ein Thema f\u00fcr sich, denn auch eine wissenschaftliche Theorie kann in den Status einer Religion erhoben werden, wenn der Erkenntnisgewinn mittels dogmatisch angewendeter Lehrs\u00e4tze gef\u00f6rdert. Das Dogma ist ein Problem, auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass das, was dogmatisiert wurde, eigentlich nicht verstanden. Aus diesem Grund war manche Aussage nicht falsch, nur nicht konkret historisch korrekt angewendet im Prozess der Erkenntnis, sondern zur absoluten Wahrheit erhoben und Erkenntnisse manifestiert, ohne sie zu erringen, negierte sie sich oft selbst.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Auch wenn dieses nicht wissenschaftlich, sondern in der t\u00e4glichen Anwendung geschehen, z. B. aus Unwissenheit, es kann nicht sein, was nicht sein darf, nur wenn doch ist, was nicht sein sollte, wurde oft nicht ergr\u00fcndet die Ursachen, sondern es wurde verk\u00fcndet, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, und damit der Anfang vom Ende begr\u00fcndet, in der Hoffnung, dass sich etwas Besseres findet. Dazu nicht nach vorn geschaut, vergangener Erkenntnisse sich bedienend, sondern zur\u00fcckgeschaut und versucht auf verrotteten Fundamenten aufzubauen, die massiven, neuen Fundamente zerst\u00f6rend, weil sie nicht \u00fcber die Partina der alten verf\u00fcgten. Doch sie sind noch da, die neuen Fundamente, es kann sich ihrer bedient werden, den Erkenntnisprozess f\u00f6rderlich, progressive Ver\u00e4nderungen generierend. <\/i><!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i><a name=\"more\"><\/a><\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Heute ist nicht alles anders, wie gern behauptet und die Erkenntnisse der einst als Klassiker bezeichneten \u00fcberholt, ganz im Gegenteil, Kapitalismus ist heute noch Kapitalismus und Imperialismus seine h\u00f6chste Form. Das Aussehen ist etwas anders, es wurde an der Fassade gearbeitet, neue Materialien eingesetzt, neue Technologien angewandt, aber hinter der Fassade, welche mehr und mehr br\u00f6ckelt, wirken dieselben objektiven Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten wie einst. Sie wurden erkannt und in der DDR wusste man besser \u00fcber die objektiv wirkenden Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten im Kapitalismus bescheid als im Kapitalismus selbst, denn sie waren erkannt dank einer wissenschaftlichen <a href=\"https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2010\/07\/weltanschauung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltanschauung<\/a>. Welche sich gelegentlich mit dem Erkennen des eigenen Seins in der Praxis etwas schwertat, auch weil neue Wege schwer zu gehen sind, mit jedem Schritt voran wurde Neuland betreten und es ist schwer zu sagen, mit welchen Konsequenzen zu rechnen, wie der Untergrund auf den zu treten beschaffen. Nur das war in der Geschichte immer schon so, wer neue Wege geht, wird es immer schwerer haben als jene, welche in ausgetretenen Pfaden sich im Kreis bewegen, aber er wird sich vom Kreislauf befreien, aus einer Bahn heraustreten, welche letztlich nur zum Ziel f\u00fcr jene f\u00fchrt, welche die Bahn vorgeben und davon partizipieren, dass m\u00f6glichst viele dieser folgen, egal wie viele auf der Strecke bleiben und \u00fcber wie viel Leichen hinweggeschritten werden muss und es werden auf der Kreisbahn immer mehr &#8230; Leichen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wenn ich heute manche Schriftst\u00fccke aus der DDR lese, und mich meines eigenen Lebens in der DDR erinnere, muss ich feststellen, wie weit wir eigentlich auf dem Weg zur Befreiung des Menschen vorangekommen waren und es f\u00e4llt mir nach wie vor schwer nachzuvollziehen, warum viele Menschen wieder in die alten Ketten, auch wenn diese l\u00e4nger und gl\u00e4nzender als in der Zeit bevor es die DDR gegeben, zur\u00fcckwollten. Es gab viele welche sich bekannt und bei ernsten Schwierigkeiten gerannt, da hatte sich nichts ge\u00e4ndert, auch wenn manch Zeitgenosse behauptete, heute sei alles ganz anders, auch wenn es anders war, alles war es nicht, entscheidende Entwicklungen brauchen ihre Zeit und sie haben auch ihre Zeit, insbesondere trifft dieses auf Entwicklungen des Bewusstsein zu, die Geschichte kann Lieder dar\u00fcber singen. Das Sein bestimmt das Bewusstsein und die Welt ist erkennbar, so die Materialisten, doch sie wissen auch, das Bewusstsein wirkt auf das Sein zur\u00fcck, selbst wenn mit vielen Illusionen hoffnungsvoll verbunden, im Sumpf des Idealismus, die Zukunft erst einmal wieder verschwunden.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Heute sehen wir, wie die Ketten wieder k\u00fcrzer werden, der Glanz verschwindet und stehen diesem oft Machtlos gegen\u00fcber, aber wir sind nicht machtlos, wenn wir unsere Werkzeuge wieder aufnehmen, lernen sie einzusetzen und anzuwenden, wir haben die Macht und Wissen ist Macht, Unwissenheit macht Machtlos. Es muss das Fahrrad nicht neu erfunden werden, wir m\u00fcssen es nur <\/i><i>wieder hervorholen, es fahrbereit machen und kr\u00e4ftig in die Pedale treten. Es ist kein Perpetuum mobile, welches einmal angeworfen und ohne weitere Energiezufuhr funktioniert, es braucht des Menschen Tat &#8230; immer!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Thomas Loch<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Hier ein Zitat von Friedrich Engels:<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die Welt, ein Komplex von Prozessen!<\/h3>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\">Der gro\u00dfe Grundgedanke, dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserm Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Ver\u00e4nderung des Werdens und Vergehens durchmachen, in der bei aller scheinbaren Zuf\u00e4lligkeit und trotz aller momentanen R\u00fcckl\u00e4ufigkeit schlie\u00dflich eine fortschreitende Entwicklung sich durchsetzt \u2013 dieser gro\u00dfe Grundgedanke ist, namentlich seit Hegel, so sehr in das gew\u00f6hnliche Bewusstsein \u00fcbergegangen, dass er in dieser Allgemeinheit wohl kaum noch Widerspruch findet. Aber ihn in der Phrase anerkennen und ihn in der Wirklichkeit im Einzelnen auf jedem zur Untersuchung kommenden Gebiet durchzuf\u00fchren, ist zweierlei. Geht man aber bei der Untersuchung stets von diesem Gesichtspunkt aus, so h\u00f6rt die Forderung endg\u00fcltiger L\u00f6sungen und ewiger Wahrheiten ein f\u00fcr allemal auf; man ist sich der notwendigen Beschr\u00e4nktheit aller gewonnenen Erkenntnis stets bewusst, ihrer Bedingtheit durch die Umst\u00e4nde, unter denen sie gewonnen wurde; aber man l\u00e4sst sich auch nicht mehr imponieren durch die der noch stets landl\u00e4ufigen alten Metaphysik un\u00fcberwindlichen Gegens\u00e4tze von Wahr und Falsch, Gut und Schlecht, Identisch und Verschieden, Notwendig und Zuf\u00e4llig; man wei\u00df, dass diese Gegens\u00e4tze nur relative G\u00fcltigkeit haben, dass das jetzt f\u00fcr wahr Erkannte seine verborgene, sp\u00e4ter hervortretende falsche Seite ebensogut hat wie das jetzt als falsch Erkannte seine wahre Seite, kraft deren es fr\u00fcher f\u00fcr wahr gelten konnte; dass das behauptete Notwendige sich aus lauter Zuf\u00e4lligkeiten zusammensetzt und das angeblich Zuf\u00e4llige die Form ist, hinter der die Notwendigkeit sich birgt \u2013 und so weiter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2013\/10\/die-welt-ein-komplex-von-prozessen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">*<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Aus \u201eLudwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Friedrich Engels MEW Band 21, Seite 291\/292, Dietz Verlag Berlin 1984 <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkenntnis was immer sie auch ist, oder wie sie daherkommt, ist in der Regel konkret historisch und hat eine weltanschauliche Basis. 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