{"id":862,"date":"2022-08-18T18:35:45","date_gmt":"2022-08-18T16:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=862"},"modified":"2022-08-19T18:15:16","modified_gmt":"2022-08-19T16:15:16","slug":"veranstaltungsbericht-zum-offenes-bildungswochenende-des-landesverbandes-sachsen-anhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=862","title":{"rendered":"Veranstaltungsbericht zum Offenen Bildungswochenende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt &#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_804\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Freidenker-Felsen-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-804\" class=\"wp-image-804 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Freidenker-Felsen-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Freidenker-Felsen-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Freidenker-Felsen-144x144.jpg 144w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-804\" class=\"wp-caption-text\">Wer die Wahrheit nicht wei\u00df, der ist blo\u00df ein Dummkopf. Aber wer sie wei\u00df und sie eine L\u00fcge nennt, der ist ein Verbrecher! &#8211; Bertold Brecht, \u201eLeben des Galilei\u201c<\/p><\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Veranstaltungsbericht zum Offenen Bildungswochenende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Deutschen Freidenker-Verband vom 12. bis 14.08.2022 in Quedlinburg. <a href=\"https:\/\/www.sachsen-anhalt.freidenker.org\/cms\/?p=802\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">*<\/a><\/b><\/p>\n<p><b>12.08.2022<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Am Freitag lass J\u00fcrgen Leskien aus seinen B\u00fcchern, darunter auch aus dem Manuskript f\u00fcr einen Roman, welcher die Geschichte zweier M\u00e4nner, von der Geburt, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen, in einem sich entwickelnden gesellschaftlichen System, bis ins hohe Alter in Namibia erz\u00e4hlt. Sie verbringen Ihr Leben miteinander, einer den herrschenden Kreisen entspringend, der andere entstammt einer H\u00fctte, jedoch gemeinsam aufgewachsen, die Wiederspr\u00fcche einer ganzen Epoche spiegelnd.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dem Thema entsprechend lass der Autor allerdings haupts\u00e4chlich aus seinem f\u00fcrs Theater gedachten und als Buch erschienene St\u00fcck, \u201eORLOG* Sp\u00e4tes Spiel um Gerechtigkeit\u201c, in welchen es um deutsche Kolonialgeschichte und dessen Folgen geht.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Weiter berichtet er \u00fcber seine Erfahrungen, welche er unter den verschiedensten Umst\u00e4nden und Bedingungen, zu den verschiedensten Zeiten in Afrika sammeln konnte und regte damit eine interessante Diskussion an.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><!--more-->Die Veranstaltung war gut besucht und es wurde sehr substanziell und lange diskutiert. Die Teilnehmer kamen aus den verschiedensten Regionen, zum Teil sehr unterschiedlich sozialisiert, was sich in den Diskussionen gut spiegelte. Es war f\u00fcr alle eine sehr interessante und anregende Veranstaltung, insbesondere da von den Veranstaltern viel Wert auf die Pflege einer substanziellen und offensiven Diskussionskultur gelegt wurde.<\/p>\n<p><b>13.08.2022<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Samstag folgte mit einer Bildungsveranstaltung zum Thema Krieg und Frieden am Vormittag, in welcher zuerst die Begriffe im dialektischen, materialistischen Sinn, unter historischen Gesichtspunkten durch den Landesvorsitzenden in einem Kurzvortrag gekl\u00e4rt wurden. Es entfaltete sich eine rege Diskussion, welche gelegentlich gew\u00fcrzt mit Liedern von Ernesto Schwarz, welcher damit einen Vorgeschmack auf die Abendveranstaltung gab, kurz unterbrochen. In der Diskussion, welche in belebender Form daherkam, war ein belebende, unterschiedliche Sozialisierung der Beteiligten zu erkennen. Dass die aktuellen Ereignisse in Europa in der Diskussion eine besondere Rolle spielten, muss eigentlich nicht extra erw\u00e4hnt werden, genauso wenig die mit diesen verbundenen Folgen f\u00fcr die Menschen nicht nur in unserem Land. Dass die aktuelle deutsche Politik in diesem Zusammenhang komplett versagt, in dem die Interessen der verschiedensten Monopolgruppen bedient werden und nicht die der Mehrheit der Menschen welche in diesem Land leben, ist wenig \u00fcberraschend, wenn ber\u00fccksichtigt wird, dass Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und somit zu fragen ist, welche Politik mit diesem Mittel fortgesetzt wird. Und auch wenn den Menschen gern suggeriert, dass etwas wie Krieg einfach so passiert, weil der einen Politikerin, oder dem anderen Politiker mal so ist, es gar im Wesen der Menschen steckt, kommt es darauf an die eigentlichen Ursachen f\u00fcr die entsprechenden Kriege zu erkennen, welche weniger bei den Menschen und ihren Ambitionen, sondern mehr in den jeweiligen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen begr\u00fcndet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auch kommt Krieg nicht irgendwo her, er muss vorbereitet werden, im inneren, wie nach au\u00dfen, wenn er gef\u00fchrt werden soll. Jede Geschichte hat ihre Vorgeschichte, mit welcher sie eng verwoben, aber auch ihre Folgen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bevor Truppen in Bewegung gesetzt, wird dergleichen also in der Regel vorbereitet und das oft \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, den auch Krieg braucht bestimmte Voraussetzungen, so zum Beispiel entsprechende R\u00fcstung, ideologische Beeinflussung der Massen, die Menschen m\u00fcssen eingestimmt werden, hierzulande gut an der in den letzten Jahren best\u00e4ndig ausgebauten geistigen Manipulation und verschiedener politischer Ma\u00dfnahmen zu sehen. Zum ausgemachten Gegner werden Beziehungen abgebaut, in erster Linie wirtschaftliche, es wird mit Sanktionen gearbeitet, welche best\u00e4ndig versch\u00e4rft. Dann m\u00fcssen auch noch die eigenen V\u00f6lker vorbereitet, in dem diese in einen bestimmten, einem Krieg f\u00f6rderlichen aggressiven Zustand versetzt werden. Es wird der Glaube an die Richtigkeit politischer Entscheidungen verfestigt, auch in dem jeder Wiederspruch der herrschenden Politik gegen\u00fcber diskreditiert, die eigene Bev\u00f6lkerung mittels politischer Ma\u00dfnahmen, wie die Pandemie zum Beispiel, gespalten. Und so konnte festgestellt werden, die gegenw\u00e4rtigen Ereignisse in Europa wurden von langer Hand vorbereitet und die Ukraine als Speerspitze und Kanonenfutter auserkoren, die NATO verschob nicht nur ihr direktes Einflussgebiet immer weiter nach Osten, sondern stationierte in den neuen Gebieten auch immer mehr Truppen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eine interessante Diskussion, welche sich allerdings nicht nur um Krieg und Frieden im aktuellen Zusammenhang drehte, sondern in welcher die Entwicklungen in Folge des zweiten Weltkrieges eine nicht unbedeutende Rolle spielten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die f\u00fcr diese Veranstaltung veranschlagten drei Stunden waren schnell vorbei, die Diskussion substanziell, erfrischend, in manchen Punkten der Erkenntnis f\u00f6rderlich gegens\u00e4tzlich. Wer wollte ist zu Wort gekommen und konnte sich ohne Unterbrechung \u00e4u\u00dfern, seinen Standpunkt, seine Position, seine Ansichten vertreten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nach Ende der Veranstaltung fand in Eigenregie das Mittagessen statt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Etwas weiter in die Geschichte zur\u00fcck ging es nach der Mittagspause, ab 14:15 Uhr im Rahmen einer Stadtf\u00fchrung zum Thema. Quedlinburg wurde zwar nie durch Kriege zerst\u00f6rt, doch kennt diese Stadt die verschiedensten milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen und ihre Folgen aus eigener Erfahrung. In einer Urkunde Heinrichs des Voglers wurde Quedlinburg vor 1100 Jahren erstmals erw\u00e4hnt, eine Stadt mit diesen Namen gab es damals allerdings noch nicht, milit\u00e4rische Auseinandersetzungen hingegen schon. Als der ottonische Markt entstanden, sich zu einer Stadt entwickelte, waren die Zeiten nicht unbedingt friedlich. In der Stadt entwickelte sich ein B\u00fcrgertum, welches mit wachsender \u00f6konomischer Macht versuchte diese mit entsprechender politischer Macht zu untermauern, was neue Auseinandersetzungen bedingte. 1477 verlor die Stadt eine solche und das mit enormen Folgen f\u00fcr die weiter Entwicklung der Stadt, auch auf Grund der verlorengegangenen Privilegien. <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Der drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg ist an der Stadt nicht vorbeigezogen, hat die verschiedensten Spuren hinterlassen, wie andere sp\u00e4tere Kriege auch, in der F\u00fchrung wurde dar\u00fcber berichtet. Zerst\u00f6rt wurde die Stadt durch Krieg nicht, wie oben schon festgestellt, was nicht bedeutet, dass sie von Kriegen nicht betroffen. Verschiedenste Spuren in der Stadt zeugen von unterschiedlichen Auseinandersetzungen und da in Kriegen oft sprichw\u00f6rtlich durch die H\u00f6lle gegangen werden muss, endete die F\u00fchrung nach gut zwei Stunden mit Goethe in der H\u00f6lle. <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie das Mittagessen, erfolgte auch das Kaffeetrinken in eigener Regie und die Teilnehmer trafen sich zum proletarisch-literarischen Abend mit Ernesto Schwarz um 20:00 Uhr am urspr\u00fcnglichen Veranstaltungsort. Die Veranstaltung begann etwas sp\u00e4ter als geplant, Ernesto Schwarz trug eigene, wie auch Lieder anderer Liedermacher vor, wobei er auf Zusammenh\u00e4nge zu Aktionen im Kampf um Frieden, Freiheit, soziale und \u00f6konomische Rechte verwiesen. So zum Beispiel auch auf den Kampf f\u00fcr die Freilassung von Julian Assange, welcher f\u00fcr sein engagiertes Eintreten als Journalist seit Jahren inhaftiert ist. Ernesto selbst bezeichnet sich als ein proletarischer B\u00e4nkels\u00e4nger und das ist er auch, getroffen hatte ich Ihn vor Jahren in dieser Funktion auf einer Gedenkveranstaltung in Torgau.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie f\u00fcr einen solchen Abend \u00fcblich, hatten weitere Teilnehmer die M\u00f6glichkeit sich am Kulturprogramm zu beteiligen, in diesem Jahr war im Vorfeld schon der Auftritt von zwei Frauen und einen Mann, welche der Interessengemeinschaft Lyrik Quedlinburg angeh\u00f6ren und einige ihrer Gedichte vortrugen, geplant.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nach Ende des offiziellen Teils wurde sich weiter ausgetauscht, in einen Biergarten umgezogen, wo die Veranstaltung weit nach Mitternacht endete.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Veranstaltung wurde organisiert und durchgef\u00fchrt vom Landesverband des Deutschen Freidenker-Verbandes Sachsen-Anhalt, mit Unterst\u00fctzung des Rosa Luxemburg Club Harz und der Interessengemeinschaft Lyrik Quedlinburg.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Und damit ich es nicht vergesse, am Sonntag gab es im Rahmen eines gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fccks ab 10:00 Uhr eine Auswertung und weitere Diskussionen, bis die letzten Teilnehmer gegen 15:00 Uhr die Stadt wieder verlie\u00dfen und sich auf den Heimweg machten. Zu den Veranstaltungen konnten wir Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Th\u00fcringen, Hessen, Niedersachsen, Bremen begr\u00fc\u00dfen, welche die Veranstaltungen unterschiedlich besuchten. <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Thomas Loch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veranstaltungsbericht zum Offenen Bildungswochenende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Deutschen Freidenker-Verband vom 12. bis 14.08.2022 in Quedlinburg. * 12.08.2022 Am Freitag lass J\u00fcrgen Leskien aus seinen B\u00fcchern, darunter auch aus dem Manuskript f\u00fcr einen Roman, welcher die Geschichte zweier M\u00e4nner, von der Geburt, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen, in einem sich entwickelnden gesellschaftlichen System, bis ins hohe Alter in Namibia erz\u00e4hlt. 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