Landesverband Sachsen-Anhalt

500 Jahre frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Sonntag, 10. Dezember 2017 von Webredaktion

Die Landesverbände Sachsen/Anhalt und Thüringen des Deutschen Freidenker-Verbandes hatten vom DFV-Bundesvorstand die Aufgabe gestellt bekommen, im an Jubiläen reichen Jahr 2017 speziell der lutherischen Reformation zu gedenken, die ihre Zentren in den beiden Ländern hatte. Durch eine große Veranstaltung am 11.November kamen wir dem nach. (Saal-Bild)

Als Ort wurde Eisenach gewählt, weil sich in diesem Jahr auch das Wartburgfest der deutschen Burschen- und Turnerschaften zum zweihundertsten Mal jährte. Zudem haben die Freidenker im Ort eine starke und aktive Ortsgruppe mit großem Einfluß. Die Vorsitzende der Fraktion der regierenden Partei im Stadtrat gehört als Kreisvorsitzende unserem Verband an, die Oberbürgermeisterin ist die Enkelin der langjährigen Thüringer DFV-Landesvorsitzenden.

Außer den beiden DFV-Landesverbänden waren die Thüringer Gliederungen des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und der Arbeitsgemeinschaft Laizismus in und bei der Partei Die Linke Ausrichter der Konferenz.

Bezüglich HVD, gbs und DFV bewährte sich eine Zusammenarbeit, die unter dem Dach des Koordinierungsrates säkularer Organisationen in Deutschland (KORSO) 2017 bereits beim Thüringentag in Apoldaund anläßlich des sogenannten Kirchentages am Weg in Jena wirksam wurde. (more…)

Der zweite Teil einer Antwort!

Freitag, 03. März 2017 von Thomas

Lieber Klaus-Peter,

den folgenden Text hatte ich geschrieben, anschließend einen ersten Teil als Antwort, welcher sich mit der Verpflichtungserklärung der nach Transparenz heischenden Organisation auseinandersetzt. Was ich von der angestrebten Transparenz dieser Organisation halte, kann den dortigen Anmerkungen entnommen werden, da es aber der erste Teil ist, möchte ich den zweiten nicht schuldig bleiben, welcher sich auf Deine Aussagen zu meinem Kommentar bezieht.

Transparenz hin und Transparenz her, oder lirum, larum Löffelstiel, … an was es auch erinnert, es wird gerührt der Zucker viel, im Kaffee und auch im Tee, einmal rechtsherum und einmal linksherum, es ist des Zuckers oft zu viel, welcher bitteren Tee versüßt und bittere Medizin mit Zucker man viel lieber genießt! Wer süßen Tee mag, den eigentlichen Geschmack verwandelt, möge so handeln, wer den Zucker im Tee verschmäht, gelegentlich andere Wege geht! So muss der Löffel nicht rechtsherum oder linksherum gedreht werden, er kann auf dem Tisch liegen bleiben, der Tee mit ursprünglichem Geschmack löscht so den Durst, ohne neuen Durst zu zeugen! Soviel zum Metapher. Ein Vorteil von Zucker ist, dass er sich gut verrühren lässt, Geschmack und Wirkung verändert, allerdings erst beim Verzehr erkannt wird!

So ist es auch mit der Transparenz, es geht nicht um Transparenz an sich, sondern um die Zutaten manch vorgeblich fortschrittlichen transparenten Seins, institutionell erscheinend und fordernd! Fraglich nur an wem Forderungen gerichtet werden und was transparent zu erscheinen hat? Es geht um den Sinn manchen strebens! So gesehen möge ich zwar selbst ein Grünling sein, weil ich das Thema aufgegriffen, unter Umständen nicht begriffen (was zu beweisen wäre), aber zugegriffen und die Gelegenheit genutzt nicht auf den Haken zu springen, welcher glänzt, sondern den Glanz negierend, das schnöde Eisen unter dem goldenen Glanz aus Karamell entdeckend. (more…)

Aufgaben der Aufklärung: „Die Richtigstellung der Begriffe“

Montag, 20. Februar 2017 von Thomas

Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.

Kurt Tucholsky

Die große Lüge der Medien ist, diese Welt kann nicht verändert werden.

Peter Hacks

Der Deutsche Freidenker – Verband sieht das Ziel der historischen Aufklärungsbewegung, die Durchsetzung der Vernunft im geistigen und wissenschaftlichen Leben, für nicht erreicht an, und daher in der Fortsetzung der Aufklärung eine zentrale Aufgabe.

In unserer programmatischen „Berliner Erklärung“ charakterisieren wir Freies Denken u.a. als ein Denken, „dem die Überzeugung zugrunde liegt, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, sich ein Bild von der Welt, wie sie wirklich ist, und seinem Platz in ihr zu machen, seinen Selbstwert aus diesem Zusammenhang zu begreifen und seinem Leben so begründet einen Sinn zu geben“.

Dieser Erkenntnisoptimismus wird oft auf eine harte Probe gestellt. In Gesellschaft, Staat und Politik sind auch heute ‚moderne’ Dunkelmänner am Werk, ihr interessengeleiteter Dogmatismus wird nicht mehr nur von Kirchenkanzeln gepredigt, sondern mithilfe einer milliardenschweren Bewusstseinsindustrie in die Köpfe gehämmert. Die herrschende imperialistische Ordnung soll als gottgewollt und alternativlos erscheinen und geduldet werden.

Um die Akzeptanz irrationaler Verhältnisse zu erreichen, setzt die herrschende Ideologieproduktion mit ihren Leitmedien neben „Zerstreuung“ auf die massenhafte Verbreitung von Irrationalismus. Ungläubige werden zwar nicht mehr als Ketzer verbrannt, aber als ‚Unbelehrbare’ oder ‚Verschwörungstheoretiker’ gebrandmarkt. (more…)

Freidenker-Brief Nr. 1/2017  v.  4. Februar 2017

Montag, 06. Februar 2017 von Thomas

Gegen diesen NATO-Wahnsinn

» Trump als neuer US-Präsident – das hat viele erschüttert. Wir trösten uns, dass die NATO am meisten schockiert ist. Die mit der bewährten Kriegsverbrecherin und erhofften US-Präsidentin geplante Einweihung des neuen Hauptquartiers in Brüssel im Frühjahr wurde vorsichtshalber erstmal verschoben. Hält der Neue an den US-Truppen an der russischen Grenze fest, sagt er gar die „Raketenabwehr“ ab, will er noch Assad stürzen? Chefmilitaristen des Westens durchleben eine Sinnkrise, Obamas Abschiedsbesuch in Berlin wird als „Übergabe des Staffelstabes an die neue Führerin der Freien Welt“ kommentiert. „Antiamerikanismus“, immer der Friedensbewegung vorgeworfen, scheint sich in den NATO-Hauptstädten und Leitmedien breit zu machen. Doch die angedrohte grandiose Aufrüstung hatte 2014 schon der Friedensnobelpreisträger in Merkels Pflichtenheft diktiert: 2% vom Bruttoinlandspodukt bedeutet eine Erhöhung des Rüstungsetats von 34 auf 65 Mrd. Euro.

Ohne Illusionen und Kaffeesatzleserei über die künftige US-Politik: Anlass zum Protest gegen diesen NATO-Wahnsinn, gegen eine neue EU-Armee, gegen deutsche Kampfdrohnen und „nukleare Optionen“ haben wir allemal – z. B. zur Münchner „Sicherheitskonferenz“ vom 17.-19.02.2017“«  (Aus „Freidenker“ Nr. 4-16, des vierteljährlichen Verbandsorgan des DFV)

In dieser Lage zu einigen neuralgischen Punkten folgende Hinweise:

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Gedanken zu einem Text, per E-Mail erhalten

Dienstag, 29. November 2016 von Thomas

img_0003Ein E-Mail wurde zugesendet, in diesem die Harmlosigkeit eines Textes zum Reformationsjubiläum 2017 auf diesen Seiten angesprochen und auf einen Text verwiesen, welcher sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Da im E-Mail angesprochener Text das Thema Reformationsjubiläum zur Diskussion stellt und der mit E-Mailverweis erhaltene Text als ein Beitrag zur Diskussion zu betrachten ist, … hier einige Gedanken zum Text auf welchen verwiesen:

Danke für den Hinweis, allerdings kann ich dem Text inhaltlich nicht viel abgewinnen, außer das er Ausdruck für die Notwendigkeit einer entsprechenden Diskussion des Themas, wie sie im Text auf der Seite der Freidenker Sachsen-Anhalts angeregt werden soll, Nachdruck verleiht. (Auf hiesiger Seite findet sich ein weiterer Text zu Luther, welcher es verdient gelesen zu werden.)

Kein Grund zum Feiern, eher zum nachdenken“, ist eine Überschrift welche gut gewählt, allerdings im Text sehr einseitig interpretiert und mit Inhalten hinterlegt. Zu fragen bleibt, für wem ist es kein Grund zu feiern, und warum? Für Atheisten, für Freidenker, für Katholiken, Evangelikalen, Hinz und Kunz, die Werbewirtschaft, dem Tourismus? Außer eines allgemeinen und oberflächlichen Rundumschlages gegen Luther ist leider wenige zu erfahren!

Allerdings wird dieses Jubiläum gefeiert, die Vorbereitungen laufen seit mindestens 10 Jahren, also muss es doch einen Grund geben! Diesen zu benennen macht Sinn, denn nur so ergibt sich eine Notwendigkeit sich des Themas anzunehmen, nicht um Luther zu feiern, oder in den Kanon allgemeiner Verklärung einzustimmen, sondern um einen Anteil zu erbringen, kritisch das Leben und Wirken Luthers zu werten, sich mit diesem Auseinanderzusetzen und die Folgen für spätere Entwicklungen zu erkennen und zu benennen! Luther in diesem Zusammenhang in Bausch und Bogen zu verdammen ist nicht hilfreich, genau sowenig wie ihn zu glorifizieren.

Der zweite Teil der Überschrift gibt die Richtung zwar vor und das nicht nur für die Kritiker Luthers, sondern ganz allgemein, denn es ist ein Grund zum Nachdenken, über die Person, die Zeit und vor allen über die gesellschaftlichen Umbrüche in dieser Zeit, ihre Ursachen und die Rolle welche Luther spielte!  (more…)

Wofür steht Trump?

Sonntag, 20. November 2016 von Thomas

Über die Fraktionsspaltung im US-Monopolkapital – Gedanken –

Kurt Tucholsky wurde einmal gefragt, was er täte, hätte er die Macht. Er frug zurück: „Für wen habe ich die Macht?“ Die künftige Politik der USA zu prognostizieren bedeutet also zu identifizieren, welche Kapitalgruppen Donald Trump vertritt. Wie weit die marxistische Forschung durch den Umsturz in DDR und UdSSR zurückgeworfen wurde, kann man auch am Fehlen eines allgemeinen Verständnisses dieser Frage innnerhalb der kommunistischen Bewegung ablesen.

Victor Perlo unterschied noch 1960 in verschiedenen Büchern sieben wesentliche US-Kapitalgruppen. Doch kann man hier weiter verallgemeinern und zwei Hauptfraktionen unterscheiden, die letztendlich auf die Kolonisierungsgeschichte der USA zurückgehen: Zum einen gibt es die Gebiete, die einst französische Kolonie waren, nämlich die Provinz Louisiana entlang des Mississipi und von dort westwärts bis zum Pazifik. Der „mittlere Westen“ der USA, der eigentlich östlich des US-Mittelmeridians liegt, gehört dazu. Es dominiert die verarbeitende und Hochtechnologie-Industrie im engeren Sinne (historisch Ford, General Electric, General Motors, Westinghouse, Wal-Mart usw.). Dementsprechend strebt diese „Westküstenfraktion“ billige Energie, niedrige Zinsen und hohe Preise für Industrieprodukte an. Religiös orientiert sich diese Gruppe mehrheitlich am Katholizismus und außenpolitisch auch am Islam. Einige ihrer präsidialen Vertreter sind Barack Obama, William Clinton, Ronald Reagan, Gerald Ford, John F. Kennedy, Harry Truman.

In allen genannten Parametern stellt die „Ostküstenfraktion“ den Gegenpol dar. Rohstoff- und Dienstleistungskonzerne, dabei zentral Medien und Banken, erstreben hohe Rohstoffpreise, die auf die gesamte Produktionskette durchschlagen, die Inflation antreiben und zu höheren Zinsen und Gewinnen der Finanzkonzerne führen. Wichtig sind Exxon-Mobil, in dem vier Fünftel der Spaltprodukte des Rockefeller-Imperiums zusammengefaßt sind, und Chevron-Texaco, der Zusammenschluß der Standard Oil of California mit dem Clan der texanischen Erdölmonopolisten. Man beachte, daß auch Microsoft hierein integriert ist. Der Sitz Seattle liegt zwar am Pazifik, doch war der Bundesstaat Washington (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt Washington D.C.) britische Kolonie. Überdies wurde die Firma in Texas gegründet. Mit den Präsidenten Bush junior und senior, Carter, Nixon, Johnson, Eisenhower und Franklin D. Roosevelt setzten sie ihre Interessen um. Diese Fraktion ist eher protestantisch und jüdisch, außenpolitisch auch pro-orthodox. Donald Trump gehört eindeutig zu dieser Gruppe. (more…)

 

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