Landesverband Sachsen-Anhalt

Gedanke zum Tag, was ist schon Theorie, … ohne Praxis?

Dienstag, 26. Juli 2022 von Webredaktion

Erkenntnis was immer sie auch ist, oder wie sie daherkommt, ist in der Regel konkret historisch und hat eine weltanschauliche Basis. Heute basieren sehr viele Erkenntnisse auf einer weltanschaulich idealistischen Basis, entsprechend der Grundfrage einer jeden Philosophie, darauf wurden die Menschen seit Jahrzehnten auch im Osten des Landes konditioniert. Allerdings als der Osten des Landes noch DDR gewesen, war es anders, die allgemeine weltanschauliche Basis war materialistisch, es wurde viel Wert auf den dialektischen und historischen Materialismus und dessen Anwendung gelegt, allerdings zum Teil auch der Grundstein für den heutigen Idealismus. Wie so etwas funktioniert, ist ein Thema für sich, denn auch eine wissenschaftliche Theorie kann in den Status einer Religion erhoben werden, wenn der Erkenntnisgewinn mittels dogmatisch angewendeter Lehrsätze gefördert. Das Dogma ist ein Problem, auch ein Zeichen dafür, dass das, was dogmatisiert wurde, eigentlich nicht verstanden. Aus diesem Grund war manche Aussage nicht falsch, nur nicht konkret historisch korrekt angewendet im Prozess der Erkenntnis, sondern zur absoluten Wahrheit erhoben und Erkenntnisse manifestiert, ohne sie zu erringen, negierte sie sich oft selbst.

Auch wenn dieses nicht wissenschaftlich, sondern in der täglichen Anwendung geschehen, z. B. aus Unwissenheit, es kann nicht sein, was nicht sein darf, nur wenn doch ist, was nicht sein sollte, wurde oft nicht ergründet die Ursachen, sondern es wurde verkündet, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, und damit der Anfang vom Ende begründet, in der Hoffnung, dass sich etwas Besseres findet. Dazu nicht nach vorn geschaut, vergangener Erkenntnisse sich bedienend, sondern zurückgeschaut und versucht auf verrotteten Fundamenten aufzubauen, die massiven, neuen Fundamente zerstörend, weil sie nicht über die Partina der alten verfügten. Doch sie sind noch da, die neuen Fundamente, es kann sich ihrer bedient werden, den Erkenntnisprozess förderlich, progressive Veränderungen generierend. (more…)

Wissenschaft – die neue Religion? Gedanken.

Freitag, 10. Dezember 2021 von Webredaktion

Wissenschaft und was diese heute schafft, ist gelegentlich erstaunlich, so schafft sie auch Wissenschaftler, welche das Wissen schaffen, welches Politiker benötigen, um ihre Aussagen autoritär zu begründen, wenn auch nicht wissenschaftlich. Dieses Wissen wird gebraucht, die Wissenschaft als Autoritätsbeweis zur Begründung politischer Entscheidungen ersetzt die Göttlichkeit von einst. Dem entsprechend und da es dabei nicht unbedingt wissenschaftlich zugeht, ist es Verboten an diesem verkündeten Wissen zu zweifeln. Die Wissenschaft wird zur Religion, allein schon, wenn ihre Ergebnisse, ihre Aussagen, nicht in Frage gestellt und diskutiert werden dürfen.

In der DDR gehörte zum Lesestoff der 12 Klasse „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht, heute werden junge Menschen in den Schulen mit solcher Literatur im allgemein nicht mehr behelligt, wenn da „Faust, der Tragödie erster Teil“ von Goethe in den Abiturstufen tangiert wird, ist das schon viel, denn wer möchte heute schon die Jugend auf den Pfad der Erkenntnis führen, der Pfad funktioneller Tugenden ist da vollkommen ausreichend. Es wird gebraucht der funktionierende Mensch, wer zu viel nachdenkt, fängt irgendwann einmal an Fragen zu stellen und ganz schlimm wird es für die bestehenden Machtverhältnisse, wenn in Frage gestellt wird und nicht mehr geglaubt, was allgemein verkündet.

Ja sie werden es wissen, die Erde ist eine Scheibe und die Gestirne haben sich gefälligst um diese zu drehen, Galilei hat einst widerrufen, mit diesem Widerruf erhob er die Wissenschaft in den Status einer Hure der Politik, sie hat zu begründen was Politiker erfinden und nicht in Frage zu stellen. Und so gelten für aktuelle Probleme sonst übliche Naturgesetze nicht, Verhältnismäßigkeit spielt keine Rolle, es ist zu glauben, was berufene Autoritäten verkünden. (more…)

Quedlinburger Weihnachtsgeschichte – kriegerische Weihnachten.

Dienstag, 07. Dezember 2021 von Webredaktion

Die Repressionen gegen das eigene Volk werden verstärkt, die Aggressivität nach Außen nimmt zu, die neue Regierung lässt wenig Gutes erahnen, eigentlich nichts. Allerdings kann beobachtet werden, dass der Widerstand wächst, hier im Harzkreis finden Protestveranstaltungen statt, letzte Woche (29.11.2021) waren es in Halberstadt ca. 1.300 Menschen, (am 06.12. waren es in Halberstadt über 2.000, manche Quellen berichten von wesentlich mehr) welche demonstrativ durch die Stadt spazierten, in anderen Städten waren die Protestveranstaltungen kleiner, allerdings sind sie im Werden begriffen. Die Medien ignorieren diese ganz, oder berichten maximal am Rande, wenn eine Veranstaltung unter den Verdacht fällt, nicht angemeldet gewesen zu sein. Die Polizeipräsenz ist trotzdem enorm. Aus den Protesten im letzten Jahr wurden Lehren gezogen, es beginnt sich zu organisieren, was damals noch sporadisch. Das solch Widerstand diskreditiert und bekämpft wird, versteht sich schon fast von selbst, dass er trotzdem zunimmt, zeugt von der Bedeutung der zu lösenden Probleme und deren Erkenntnis.

Durch die Politik hingegen wird das Völkchen weiter vorgeführt und diszipliniert und viel zu viele lassen sich bereitwillig vorführen und disziplinieren. Gelegentlich taugt sogar ein Weihnachtsmarkt solchen Zwecken. Der Weihnachtsmarkt in Quedlinburg war nicht abgesagt worden, wie in anderen Städten, kann allerdings auch daran gelegen haben, dass die QTM-GmbH, ein städtisches Unternehmen, den Standbetreibern die Gebühren hätte zurück erststatten müssen, welche diese im Vorfeld schon entrichten mussten und das war nicht wenig, einige 100 Tausend Euro könnten es schon gewesen sein. Eine Rückzahlung also sicher nicht so einfach, es wurde fürs Geld schon eingekauft, zum Beispiel Sicherheit.

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Ich kannte dieses Land …

Donnerstag, 07. Oktober 2021 von Webredaktion

Heute ist der 07.10.2021, einst ein Feiertag in einer Republik, an welche es lohnt, sich zu erinnern, allein schon, weil sie eine Alternative zum gegenwärtigen gesellschaftlichen System darstellte. Die DDR stand für Frieden und gesellschaftlichen Fortschritt, und gelegentlich sich selbst im Weg. Aber so ist es, wenn neue Wege beschritten werden, wenn neues ausprobiert, da werden auch Fehler gemacht, geht es auch mal in eine Sackgasse und nicht zu vergessen, man war nicht ohne Feind. Die DDR als Staat gibt es schon lange nicht mehr, trotzdem wird sie von ihren Gegnern heute intensiver bekämpft als zuvor, besonders gut zu beobachten in Zeiten sich beschleunigt zuspitzender gesellschaftliche Widersprüche. Dabei geht es nicht um die DDR, wie schon geschrieben, dieses hat vor vielen Jahren aufgehört als Staat zu existieren, sondern es geht um die Alternative, welche mit dieser verbunden, es geht um den Sozialismus als die einzige humanistische Alternative zum System des Kapitals, welches sein eigentliches Wesen gegenwärtig besonders intensiv offenbart.

Th. Loch

Der Ostbeauftragte hat verkündet, es sind die schwarzen Schafe, gelinde!

Freitag, 09. Juli 2021 von Webredaktion

Unterschiede müssen kultiviert werden, ansonsten gehen sie verloren, so auch Unterschiede zwischen Ost und West, also dem Orient und dem Oxident, oder doch nur die Angleichung der Ostdeutschen, in Form des ehemaligen Volkes der DDR, an westdeutsche Maßstäbe? Und um eine solche Angleichung zu begleiten, zu verfolgen, oder gar zu lenken, gibt es einen Ostbeauftragten und dieser muss regelmäßig berichten, wie es um die viel bemühte deutsche Einheit bestellt ist. So wurde jüngst berichtet, auch in der MZ und es wurde gedichtet, vielleicht auch geschlichtet, es gibt Erscheinungen und Vorkommnisse und Unterschiede sind vorhanden, der wirtschaftliche Abstand wird bemüht, aber auch Worthülsen wie Demokratie und Rechtsstaat müssen herhalten. Was die wirtschaftliche Entwicklung anbelangt, sei zu berücksichtigen, dass im Osten defacto nach 1990 in einem Maße deindustrialisiert wurde, wie es beispiellos in der Geschichte, zumindest der deutschen. Allerdings wurden mit der weitestgehenden Vernichtung der DDR-Industrie auch die entsprechenden sozialen Strukturen vernichtet, eine Notwendigkeit um die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse, welche eigentlich die alten waren, erfolgreich installieren zu können. Trotzdem tickt der Osten heute noch anders als der Westen, auch wenn die politischen Verhältnisse längst angeglichen.

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ANGST

Samstag, 16. Mai 2020 von Webredaktion

Eine Beitrag aus dem Jahr 2018, von der Seite der Thüringer Freidenker übernommen.

ANGST

Zentrales Element ihrer (Un-)Kultur

Zunächst ein paar Fallbeispiele aus verschiedenen Teilen unseres Kontinentes:

1.

10.00 Uhr am vormittag in einer Millionenstadt. Ich klingele an der Haustür eines Mehrgeschossers. Die Inhaberin spricht mit mir über die Wechselsprechanlage. Draußen normaler Betrieb. Genügend Leute und alles. Ich stelle mich vor als Gesandter von jemandem, den die Frau von früher kennt, ausgewiesen durch Kenntnis diverser Details. Ihr früherer Bekannter möchte gerne ihre Telefonnummer haben, um sie zurückzurufen. Die Frau weicht aus und sagt sie mir nicht. Ich teile ihr mit, daß der Betreffende eine Visitenkarte mitgeschickt hat und daß ich sie ihr gern geben möchte. Das wäre nun eigentlich die Gelegenheit, mich endlich hereinzubitten. Die Frau sagt mir, ich solle sie in den Briefkasten werfen und öffnet mir die Haustür mit dem Summer. Nochmal zu klingeln, nachdem ich tat, wie mir geheißen, ist mir dann zu blöd. Es hätte ohnedies nichts genutzt. Die Frau hat Angst.

2.

14.00 Uhr in einer Millionenstadt. Neubaugebiet. Wir suchen zu zweit eine Wohnung auf. Die Inhaberin, alleinstehende Frau, hat zwei Termine mit uns platzen lassen, dumme Vorwände zu ihrer Entschuldigung vorbringend, nachdem wir uns telefonisch nach den Gründen erkundigt hatten. Wir vermuten schon, daß sie uns absichtlich nicht treffen will und auf Zeit spielt, weil wir am Abend weiterfahren müssen. Also suchen wir sie zu Hause auf, nachdem wir mit Glück und Geschick Adresse und Wohnung identifiziert haben.

Die Wohnung ist durch zwei Türen gesichert: Innen eine normale Tür mit Sicherheitsschloß, außen eine Gittertür wie im Knast, extra abgeschlossen. Wir klingeln. Ohne wenigstens eine Tür zu öffnen, wispert ein Stimmchen: Wer da wäre ? Ich bin es, stelle extra mein harmloses Antlitz in den Blickwinkel des Türspions, wir waren verabredet, bla, bla. Hallo? Keine Reaktion mehr. Zweites Klingeln. Nichts tut sich mehr. Nur das Hündchen bellt. Drittes Mal klingeln? Wäre sinnlos, die Frau hat Angst.

Über die beiden Millionenstädte auf dem Balkan hat man ja schlimme Sachen gehört, wohlgemerkt in den Medien: Exekutionen auf offener Straße, Polizei, die sich nicht in von der Mafia kontrollierte Viertel wagt, Hungernde, die Menschen umbringen, um ihnen Eßbares zu rauben. Vielleicht ist es ja wirklich so schlimm, und wir haben nur Glück gehabt, daß wir im volltrunkenen Zustand nachts durch die Stadt ziehend außer Leuten, die sich vor uns fürchteten, niemandem begegnet sind? Und daß Geld und Ausweise am nächsten Morgen noch da waren, wo wir sie vermuteten? Und das der Taxifahrer dorthin fährt, wo er soll, und nicht in den Wald? Aber halt, da fallen mir plötzlich Sachen aus Deutschland ein, die ich unter diesem Blickwinkel noch nicht so gesehen hatte.

3.

Nachmittag in einer Großstadt. Ich klingele. Das Haus hat zwar elektrischen Türöffner, aber keine Wechselsprechanlage. Die Tür wird geöffnet, gute Gelegenheit, mich mal persönlich nach oben zu begeben und vorzustellen. Ich trage gute, feste Wanderschuhe, die auf der hölzernen Treppe klare Trittgeräusche ergeben, die sich immer näher an die Wohnung im obersten Stockwerk heranschieben. Von unten war zu vernehmen, wie oben die Tür geöffnet ward, die Bewohnerin offenkundig im Treppenhaus wartet. Auf der vorletzten Etage angekommen, muß ich mit anhören, wie die wartende Person plötzlich wieder in die Wohnung zurückkehrt und die Türe schließt. Was ist denn hier los? Die Frau hat Angst.

Inzwischen war ich in der Wohnung. Der Freund der Besitzerin, ca. 1,90 m, sicherlich gute 90 kg, war auch da. Ja, vielen Dank für die Einladungen, aber abends verlassen sie das Haus prinzipiell nicht mehr, läßt man mich wissen.

4.

Eine Kleinstadt. Eine Tochter will ihrer Mutter ein Funktelefon mit Karte schenken, damit sie überhaupt ein Telefon hat. Die Mutter will es nicht nehmen. „Ich habe kein Geld und man kriegt dann solch hohe Rechnungen.“ Nein, es kostet Dich überhaupt nichts. Wenn die Karte alle ist, kannst Du eben bloß nicht mehr anrufen, aber immerhin noch angerufen werden. „Nein, da könnten dann irgendwelche Unholde anrufen und mir obszöne Sachen sagen.“ Die haben doch Deine Nummer nicht. Und so obszön ist es nicht, wenn jemand nach Frau Müller fragt, weil er sich verwählt hat. „Doch, die fragen dann nach der Adresse, wenn sie merken, daß man allein im Haus ist.“ Dann legst Du eben auf, und die Funktelefonnnummer steht in keinem Telefonbuch. „Aber wenn die sich nun verstellen?“

Mir gelingt es, der Frau klarzumachen, daß sie dann schnell die Polizei rufen kann, falls mal ein Einbrecher im fünften Stock durchs Fenster eindringt. Sie nimmt das Telefon.

Die Tochter möchte, daß die Oma zum Schulanfang ihres Enkels in die Großstadt kommt. „Ich kann das Haus nicht für längere Zeit verlassen, falls Einbrecher kommen.“ Willst Du dann etwa allein zu Hause sein ?

Die Oma kommt nicht zum Schulanfang des Enkels. Sie hat Angst.

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