Landesverband Sachsen-Anhalt

Ich kannte dieses Land …

Donnerstag, 07. Oktober 2021 von Webredaktion

Heute ist der 07.10.2021, einst ein Feiertag in einer Republik, an welche es lohnt, sich zu erinnern, allein schon, weil sie eine Alternative zum gegenwärtigen gesellschaftlichen System darstellte. Die DDR stand für Frieden und gesellschaftlichen Fortschritt, und gelegentlich sich selbst im Weg. Aber so ist es, wenn neue Wege beschritten werden, wenn neues ausprobiert, da werden auch Fehler gemacht, geht es auch mal in eine Sackgasse und nicht zu vergessen, man war nicht ohne Feind. Die DDR als Staat gibt es schon lange nicht mehr, trotzdem wird sie von ihren Gegnern heute intensiver bekämpft als zuvor, besonders gut zu beobachten in Zeiten sich beschleunigt zuspitzender gesellschaftliche Widersprüche. Dabei geht es nicht um die DDR, wie schon geschrieben, dieses hat vor vielen Jahren aufgehört als Staat zu existieren, sondern es geht um die Alternative, welche mit dieser verbunden, es geht um den Sozialismus als die einzige humanistische Alternative zum System des Kapitals, welches sein eigentliches Wesen gegenwärtig besonders intensiv offenbart.

Th. Loch

Damit die DDR keine Fußnote der Geschichte wird

Mittwoch, 29. September 2021 von Webredaktion

Am 20. August 2021 nahm ich in Quedlinburg an einer Lesung von Hartmut König teil, die Mitglieder des Freidenker-Verbands (DFV) organisierten. Mit seinem Namen konnte ich zunächst nichts anfangen, mit seinen Liedern schon. Als Liedermacher, späterer FDJ- und SED-Funktionär trat er – als Pete Seeger ihm seine Gitarre lieh – bei der UNO Weltjugendversammlung in New York auf (1970); im eigenen Land polarisierte er mit seinen Liedtexten.

Als Mitbegründer des Oktoberklubs schrieb er unter anderem die Weltfestspiel-Hymne von 1973 „Wir sind überall“ und den damals kultigen Song „In der Mocca-Milch-Eisbar“ (1970 Im Text „ich zahl, sie zahlt“ ist ein kleiner Hauch von Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann enthalten). Auch das FDJ-Lied „Sag mir, wo du stehst!“ stammt aus seiner Feder sowie der Titelsong des DEFA-Klassikers „Heißer Sommer“ (Alles ist bei youtube vorhanden).

Doch nicht für eine künstlerische Laufbahn entscheid er sich, sondern für die Politik, studierte jedoch zunächst Journalistik. Nach seiner Dissertation und weiteren Stationen wie dem Internationalen Studentenbund in Prag wurde er 1976 FDJ-Kultursekretär und koordinierte später die Organisation der Konzerte an der Radrennbahn Weißensee, unter anderen mit Bruce Springsteen, Joe Cocker und Bryan Adams, mit. Bruno Apitz, Autor des Buchs „Nackt unter Wölfen“, war 1967 sein SED-Bürge und König wurde 1986 Mitglied des Zentralkomitees der SED, so daß er viel über die Abläufe in diesem Gremium zur Wendezeit berichten konnte.

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Kurzer Bericht, es war sehr interessant, von belebenden Diskussionen begleitet.

Montag, 23. August 2021 von Webredaktion

Das diesjährige Freidenkertreffen in Sachsen-Anhalt ist Geschichte, die Veranstaltungen waren gut besucht, die Diskussionen reichlich und substanziell, Erfahrungen wurden ausgetauscht und über zukünftige Entwicklungen gesprochen. Zu den Veranstaltungen, welche mit den verschiedensten Partnern realisiert wurden, konnten weitere Gäste begrüßt werden. Am Freitag las Hartmut König aus seiner Autobiographie „Warten wir die Zukunft ab“ und wie für einen Barden üblich, begleitete er seine Lesung mit Gitarre und Gesang. Die Gelegenheit nutzend, erwarben etliche Teilnehmer seine Autobiographie, welche interessant und gut zu lesen und Geschichte aus einen „etwas anderen“ Blickwinkel aufarbeitet. Kenntnisse über das Leben in der DDR, insbesondere praktische Erfahrungen mit dem Leben in der DDR sind dabei durchaus hilfreich. Manch einer entschied sich auch für eine CD, oder auch für sein neues Büchlein, „Limericks aus tausendundeiner Sitzung“.

Nach der Veranstaltung begaben sich die meisten Teilnehmer und Besucher in den Außenbereich eines Lokals, aßen, tranken und diskutierten bis Mitternacht die verschiedensten Themen. Das war der Freitagabend!

Am Samstag trafen sich Freidenker aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und ihre Gäste, zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Demokratie. Nach dem der Landesvorsitzende des DFV von Sachsen-Anhalt einen einleitenden Kurzvortrag gehalten, in dem auch auf die historische Entstehung des Begriffes Demokratie eingegangen, etwas anders als im Allgemeinen üblich hergeleitet, entwickelte sich eine interessante Diskussion, in welcher die Demokratie als eine Staatsform, deren Inhalt vom Charakter des jeweiligen Staates bestimmt wird, klassifiziert wurde. Nach der Mittagspause ging es um 14:00 Uhr zur Stadtführung, Treffpunkt war am Quedlinburger Roland, vor dem Rathaus. Schwerpunkt der Führung war Demokratie, oder besser die verschiedensten Staatsformen, von Entstehung der Stadt, bis in die Gegenwart. Das in diesem Zusammenhang auch der Teufel Erwähnung fand, literarische Bezüge eine Rolle spielten und es durch die Hölle ging, braucht eigentlich nicht gesondert erwähnt werden, wenn der Teufel heute nicht im Detail stecken würde. Warum das so ist, war ebenfalls zu erfahren, genauso wie von den herrschaftlichen Beziehungen der Bürger zum Stift auf dem Burgberg und innerhalb der Mauern der Stadt, als diese noch ihre schützende Bedeutung hatten. (more…)

Der Ostbeauftragte hat verkündet, es sind die schwarzen Schafe, gelinde!

Freitag, 09. Juli 2021 von Webredaktion

Unterschiede müssen kultiviert werden, ansonsten gehen sie verloren, so auch Unterschiede zwischen Ost und West, also dem Orient und dem Oxident, oder doch nur die Angleichung der Ostdeutschen, in Form des ehemaligen Volkes der DDR, an westdeutsche Maßstäbe? Und um eine solche Angleichung zu begleiten, zu verfolgen, oder gar zu lenken, gibt es einen Ostbeauftragten und dieser muss regelmäßig berichten, wie es um die viel bemühte deutsche Einheit bestellt ist. So wurde jüngst berichtet, auch in der MZ und es wurde gedichtet, vielleicht auch geschlichtet, es gibt Erscheinungen und Vorkommnisse und Unterschiede sind vorhanden, der wirtschaftliche Abstand wird bemüht, aber auch Worthülsen wie Demokratie und Rechtsstaat müssen herhalten. Was die wirtschaftliche Entwicklung anbelangt, sei zu berücksichtigen, dass im Osten defacto nach 1990 in einem Maße deindustrialisiert wurde, wie es beispiellos in der Geschichte, zumindest der deutschen. Allerdings wurden mit der weitestgehenden Vernichtung der DDR-Industrie auch die entsprechenden sozialen Strukturen vernichtet, eine Notwendigkeit um die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse, welche eigentlich die alten waren, erfolgreich installieren zu können. Trotzdem tickt der Osten heute noch anders als der Westen, auch wenn die politischen Verhältnisse längst angeglichen.

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Offenes Bildungswochenende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Deutschen Freidenker-Verband 20. – 22.08.2021 in Quedlinburg

Mittwoch, 07. Juli 2021 von Webredaktion

Seit Gründung des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Deutsche Freidenker-Verband, findet jährlich im Rahmen einer offenen Bildungsveranstaltung ein zentrales Treffen in der Stadt der Gründung statt. Dort treffen sich nicht nur Mitglieder des Verbandes, sondern es können immer auch Gäste begrüßt werden, welche zum Teil sogar eine etwas weitere Anreise in Kauf nehmen und aus den verschiedensten Bundesländern anreisen.

Nach dem über Jahre diese Veranstaltung im Frühjahr stattgefunden, wurde diese im letzten Jahr, in Folge politisch, pandemischer Entscheidungen in den August verschoben. Letztlich stellte sich dieser Sommermonat als gut geeignete für eine solche Veranstaltung heraus, so das beschlossen wurde, die nächste Veranstaltung ebenfalls für diese Zeit zu planen.

Nach Themen muss nicht lange gesucht werden, thematisch und historisch passende Literatur ist zu finden und ein Kulturprogramm zu gestallten. Das interessanteste an solchen Wochenenden sind allerdings die Menschen, welche zusammenkommen und sich im Verlauf der Tage über die verschiedensten Themen austauschen. Eigentlich eine zwingende Notwendigkeit, in Zeiten sich zuspitzender, gesellschaftlicher Wiedersprüche, insbesondere des Grundwiederspruches kapitalistischen Seins. Es geht nicht nur darum den Kampf, um Begriffe und deren Inhalte zu führen, sondern auch dem sich in der Gesellschaft sich verbreitenden Irrationalismus entgegenzuwirken. Somit wird sich nicht nur inhaltlich mit Problemen auseinandergesetzt, sondern Bildung im doppelten Sinne steht auf der Tagesordnung, einmal im Sinne der Aneignung von Wissen und dem entsprechenden Austausch, im Sinne vom Streben nach Erkenntnis und zum anderen als Bildung, im Sinne von Organisation.

Offenes Bildungswochenende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Deutschen Freidenker-Verband in Quedlinburg 20. – 22.08.2021

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Zum Gedenken an die Opfer des Faschismus.

Montag, 17. Mai 2021 von Webredaktion

Der Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen/Anhalt des Deutschen Freidenker-Verbandes hielt am 13.9.2020 auf dem Friedensplatz/Altmarkt in Zeitz folgende Rede:

Der Faschismus, dessen Opfern wir heute wie an jedem zweiten Septembersonntag gedenken, er kam nicht über Nacht. Ihm ging eigentlich schon die Niederschlagung der Novemberrevolution durch die SPD voraus. Denn der Kapitalismus bringt gesetzmäßig immer wieder Faschismus hervor. Als Lehre aus dem Faschismus schreibt die hessische Verfassung bis heute vor:

„Artikel 39

1.) Jeder Mißbrauch der wirtschaftlichen Freiheit – insbesondere zu monopolistischer Machtzusammenballung und zu politischer Macht ist untersagt.

2.) Vermögen, das die Gefahr solchen Mißbrauchs wirtschaftlicher Freiheit in sich birgt, ist auf Grund gesetzlicher Bestimmungen in Gemeineigentum zu überführen.“

Also das, was in der DDR und der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands geschah.

In der Weimarer Republik konnte es nicht erkämpft werden. Der Hugenberg-Konzern mißbrauchte Medienmacht und schrieb die Nazis hoch. Die SA marschierte. Dennoch hätte es keinen leichten Weg in den Faschismus gegeben, wenn man sich nicht seit insbesondere 1930 an den ständigen Rechtsbruch in Form der Notverordnungen gewöhnt hätte.

Am 28.2.1933 erließ Reichspräsident von Hindenburg, zu dessen Wahl die SPD eben noch aufgerufen hatte, die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, die sogenannte Reichstagsbrandverordnung: „Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reiches werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt.“ Also mit Verordnung die Verfassung außer Kraft setzen und den Gesetzgeber umgehen – illegal! (more…)

 

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