Landesverband Sachsen-Anhalt

Veranstaltung zum Lutherjubiläum in Eisenach

Dienstag, 24. Oktober 2017 von Thomas

500 Jahre Reformation und die damit verbundene Verkündung des Lutherjahres fordert die Auseinandersetzung mit Luther und seinem Erbe heraus.“ heißt es in einer Einladung zu einer Veranstaltung des Deutschen Freidenkerverband Thüringen e. V., welche am 11. November 2017 in Eisenach stattfindet. Zwei Referate mit Diskussion und eine anschließende Stadtführung sind vorgesehen, unterstützt wird diese Veranstaltung vom Freidenkerverband in Sachsen-Anhalt, der LAG Laizismus der Partei DIE LINKE, dem HVD Thüringen und der Giordano Bruno Stiftung.

Luther, seine Zeit und das Gedenken an die Reformation spielen keine unbedeutende Rolle und das bis in die Gegenwart hinein. Zu sehen übrigens auch am umfassenden Aufwand, welcher in Vorbereitung und Durchführung des diesjährigen Lutherjahres von staatlicher und kirchlicher Seite, betrieben wurde.

Allerdings ist es Sinnvoll Luther, sein Tun und Einschätzungen über eine Zeit gesellschaftlicher Umbrüche nicht den Kirchen und Staats-offiziellen zu überlassen, sondern sich Luther von anderen weltanschaulichen Positionen zu nähern. (more…)

Gedanken zu einem Text, per E-Mail erhalten

Dienstag, 29. November 2016 von Thomas

img_0003Ein E-Mail wurde zugesendet, in diesem die Harmlosigkeit eines Textes zum Reformationsjubiläum 2017 auf diesen Seiten angesprochen und auf einen Text verwiesen, welcher sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Da im E-Mail angesprochener Text das Thema Reformationsjubiläum zur Diskussion stellt und der mit E-Mailverweis erhaltene Text als ein Beitrag zur Diskussion zu betrachten ist, … hier einige Gedanken zum Text auf welchen verwiesen:

Danke für den Hinweis, allerdings kann ich dem Text inhaltlich nicht viel abgewinnen, außer das er Ausdruck für die Notwendigkeit einer entsprechenden Diskussion des Themas, wie sie im Text auf der Seite der Freidenker Sachsen-Anhalts angeregt werden soll, Nachdruck verleiht. (Auf hiesiger Seite findet sich ein weiterer Text zu Luther, welcher es verdient gelesen zu werden.)

Kein Grund zum Feiern, eher zum nachdenken“, ist eine Überschrift welche gut gewählt, allerdings im Text sehr einseitig interpretiert und mit Inhalten hinterlegt. Zu fragen bleibt, für wem ist es kein Grund zu feiern, und warum? Für Atheisten, für Freidenker, für Katholiken, Evangelikalen, Hinz und Kunz, die Werbewirtschaft, dem Tourismus? Außer eines allgemeinen und oberflächlichen Rundumschlages gegen Luther ist leider wenige zu erfahren!

Allerdings wird dieses Jubiläum gefeiert, die Vorbereitungen laufen seit mindestens 10 Jahren, also muss es doch einen Grund geben! Diesen zu benennen macht Sinn, denn nur so ergibt sich eine Notwendigkeit sich des Themas anzunehmen, nicht um Luther zu feiern, oder in den Kanon allgemeiner Verklärung einzustimmen, sondern um einen Anteil zu erbringen, kritisch das Leben und Wirken Luthers zu werten, sich mit diesem Auseinanderzusetzen und die Folgen für spätere Entwicklungen zu erkennen und zu benennen! Luther in diesem Zusammenhang in Bausch und Bogen zu verdammen ist nicht hilfreich, genau sowenig wie ihn zu glorifizieren.

Der zweite Teil der Überschrift gibt die Richtung zwar vor und das nicht nur für die Kritiker Luthers, sondern ganz allgemein, denn es ist ein Grund zum Nachdenken, über die Person, die Zeit und vor allen über die gesellschaftlichen Umbrüche in dieser Zeit, ihre Ursachen und die Rolle welche Luther spielte!  (more…)

Luther, Martin:

Donnerstag, 27. Oktober 2016 von Thomas

img_000310.11.1483 in Eisleben geboren, starb er am 18.02.1546 in Eisleben. Luther ist eine der Persönlichkeiten von Weltgeltung in der deutschen Geschichte. Er wirkte als ein Wegbereiter der großen geistigen und politischen Auseinandersetzungen, mit denen Deutschland und Europa in die Epoche des Verfalls des Feudalismus, der Herausbildung des Manufakturkapitalismus und der ersten bürgerlichen Revolution eintraten. Durch seinen Kampf gegen das Papsttum löste er die Reformation aus, die wesentlicher Bestandteil dieser Revolution wurde.

Nachdem er 1501 ein Studium an der Artistenfakultät der Universität Erfurt aufgenommen und 1505 ein Jurastudium begonnen hatte, trat Luther 1505 in den Orden der Augustinereremiten in Erfurt ein und wurde dort mit dem Studium der Theologie beauftragt. 1507 erhielt er im Erfurter Dom die Priesterweihe. 1508/09 war er Dozent für Moralphilosophie an der 1502 gegründeten Universität Wittenberg; 1509/10 wieder in Erfurt, unternahm er 1510 eine Romreise im diplomatischen Auftrag des Ordens. Im Jahre 1512 promovierte Luther und wurde Professor der Heiligen Schrift in Wittenberg. Diese Professur hatte er bis an sein Lebensende inne.

Am 31. Oktober 1517 trat Luther mit 95 Thesen über den Ablass an die Öffentlichkeit und forderte zu einer Disputation auf. Mit dem Thesenanschlag datiert der Beginn der Reformation. 1518 wurde ein kirchenrechtlicher Prozess gegen Luther eingeleitet, in dem er als Ketzer angeklagt war. Die Leipziger Disputation mit Johannes Eck 1519 stellte den Primat des Papstes in Frage und bestritt die Irrtumslosigkeit der Konzilien. „Sermon den guten Werken“, „An den christlichen Adel deutscher Nation von christlichen Standes Besserung“, „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“, „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ sind die großen Reformationsschriften des Jahres 1520. In diesen verband Luther seine Theologie mit den Interessen des Adels und des Bürgertums, dabei zeichnete sich der Bruch mit der Papstkirche immer deutlicher ab. Im Dezember 1520 vollzog er ihn demonstrativ mit der öffentlichen Verbrennung der päpstlichen Bulle, die Luther den kirchlichen Bann androhte. 1521 wurde Luther als Ketzer gebannt und vor dem Reichstag in Worms zum Widerruf aufgefordert. Auch angesichts dieser gefährlichen Lage blieb Luther unbeugsam. Da er den Widerruf ablehnte, wurde die Reichsacht über ihn verhängt. Der sächsische Kurfürst ließ ihn auf der Wartburg in Sicherheit bringen. 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück.

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Reformationsjubiläum 2017!

Donnerstag, 27. Oktober 2016 von Thomas

img_0003Im Jahr 2017 jährt sich zum 500 mal der Thesenanschlag Martin Luthers an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Der Rummel der um dieses bedeutende Ereignis in der deutschen Geschichte gemacht wird ist enorm. 10 Jahre Vorbereitung, umfassende Investitionen an Stätten an welchen Luther wirkte, Veranstaltungen in Vorbereitung, Diskussionen, Kolloquien zum Thema und ein Rummel welcher seines Gleichen sucht, sind Zeugnis für …, ja für was eigentlich? Für einen gigantischen Jahrmarkt der Eitelkeiten und ein Festival des Konsums, wie es gegenwärtig den Anschein hat?

Aus aller Welt werden Gäste erwartet, die Investitionen sollen sich letztendlich rechnen, Bilder wurden gemalt, Plastiken gefertigt und restauriert, Bücher geschrieben und den üblichen Nippes wird es sicher reichlich geben. Zu fragen bleibt allerdings ob Luthers Wirken bei diesem Rummel nicht auf der Stecken bleibt?

Luther war ein Kind seiner Zeit, allerdings eins was entscheidenden Einfluss auf seine Umwelt genommen hat und geradezu revolutionär agierte. Dabei war er durchaus eine widersprüchliche Persönlichkeit, getriebener und treibender zugleich, aber da Widersprüche Triebkräfte sind, trieb er gesellschaftliche Entwicklung tüchtig voran.

Sicher wird Luther aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, was er durchaus verdient hat und als Anerkenntnis seines Tuns kaum zu überbieten ist. Allerdings wird er auch missbraucht werden und das um so mehr, als er sich selbst nicht wehren kann. Und da Luther ein Wegbereiter der frühbürgerlichen Revolution in Deutschland war, er schuf die ideologische Grundlage für diese, wird er nach dem Sieg des Bürgertum, nach Errichtung des kapitalistischen Gesellschaftssystem, auch entsprechend vermarktet. Luther, ein Mensch dessen finanzielle Verhältnisse ungeordnet waren, welcher sich wenig darum kümmerte und später diesen Part gern seiner Frau überließ, soll heute Goldesel für so manches Geschäft werden. Auch aus diesem Grund ist es notwendig sich von verschiedener Seite Inhaltlich mit Luther auseinanderzusetzen, und Freidenker wären keine Freidenker, wenn sie dieses nicht tun würden. Da Luthers Wirkungsstätten auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen, kann es als eine vorrangige Aufgabe dieser Landeverbände angesehen werden, sich dieses Themas anzunehmen.

So werden wir hier in loser Reihenfolge bis zum Reformationsjubiläum Beiträge zum Thema Frühbürgerliche Revolution in Deutschland veröffentlichen. 500 Jahre Reformationsjubiläum, … aber noch ein zweites Jubiläum wirft seine Schatten voraus, ein ebenfalls Welt veränderndes und so kann der Bogen gespannt werden, vom Reformationsjubiläum zur Oktoberrevolution in Russland 1917! Zwar ein anders Thema, allerdings historisch mit einander verbunden, viele Parallelen aufweisend!

Zum Ostermarsch 2016

Mittwoch, 16. März 2016 von Thomas
Ostermarsch2016-Bildschirmfoto2016-03-16-13-25

Bildschirmfoto 2016-03-16, 13:25Uhr

Frieden und Friedensbewegung, der Friede ist bedroht und bundesdeutsche Politik ist nicht unschuldig daran. Mit den Folgen gegenwärtiger Kriege werden die Menschen in diesem Land immer intensiver und direkter konfrontiert, was die verschiedensten Gruppierungen auf den Plan ruft, welche politisches Kapital daraus zu ziehen suchen. Das derlei nicht ohne Erfolg ist, ist gut an den jüngsten Wahlergebnissen zu sehen. Ängste werden geschürt und instrumentalisiert, allerdings in erster Linie Ängste vor den Folgen gegenwärtiger Kriege, nicht vor den Kriegen selbst. Und so werden als Gegner die Opfer gegenwärtiger Kriege ausgemacht, nämlich die zunehmende Zahl an Flüchtlingen. Der Krieg selbst, die Kriegstreiber werden weiter verschleiert.
Aber es gibt auch andere Bestrebungen, so finden sich Menschen zusammen, welche gegen Krieg und Kriegsvorbereitung antreten, welche Aufklären über die eigentlichen Ursachen von Kriegen und Gefahren welche mit Krieg verbunden sind.
Eine Tradition haben im Kampf gegen Krieg die Ostermärsche, in den letzten Jahren zwar an Bedeutung verloren, ist es notwendig auch diese Form des Kampfes für den Frieden zu unterstützen, zu zeigen, dass es Kräfte in diesem Land gibt, welche sich für Frieden und gegen imperialistische Kriege aussprechen. Eine Mehrheit der Deutschen sind gegen Kriegseinsätze, so die Statistik verschiedener Meinungsforschungsinstitutionen, allerdings führt dieses nicht automatisch dazu, dass diese Menschen ihr Interesse auch entsprechend artikulieren.
Die Ostermärsche sind eine gute Gelegenheit, sie finden an verschiedenen Orten statt, so auch im Norden Sachsen-Anhalt.

Zum Ostermarsch 2016
und 274. Friedensweg der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe
Ostermontag, 28. März 2016 in Haldensleben
„Die Waffen nieder!“

Hier findet sich der Text zum Aufruf zum Ostermarsch am 28. März 2016 in Haldensleben.

Der Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen Freidenker-Verband unterstützt dieses Vorhaben. Der Deutsche Freidenker-Verband ist nicht nur eine Weltanschauungsgemeinschaft, eine Interessenvertretung Konfessionsfreier, sowie Antidiskriminierungs- und Kulturorganisation, sonder auch eine der ältesten Friedensbewegungen Deutschlands. Der Aufruf, „Die Waffen nieder!“ stammt von einer der populärsten Mitglieder des Deutschen Freidenker-Verbands, Bertha von Suttner, eine Tradition, welche bis heute konsequent fortgesetzt wird. Das in der Gegenwart gerade der Kampf um den Frieden an Bedeutung gewinnt, ist offensichtlich, offensichtlich ist aber auch, dass diese Auseinandersetzungen an Schärfe zunehmen und von verschiedensten Seiten geführt wird.

Suggestion ist alles, … ?

Freitag, 27. März 2015 von Thomas

Suggestion ist alles, insbesondere wenn es um die Verbreitung von Illusionen geht! Fraglich ob über bestimmte Aussagen weiter nachgedacht wird? So kommt manche Aussage heute gelegentlich als allgemeine Floskel daher, über welche leider nicht nachgedacht. In jedem Fall taugen Aussagen um Illusionen zu wecken, die Illusion von Entscheidungsfreiheit zum Beispiel. „1000 Plätze und erst 100 Meldungen“ ist ein Beitrag in der MZ von heute (6.6.2015) überschrieben, um den „Tag der Berufe“ geht es und „40 Firmen gewähren Einblick in (ihre) Arbeitswelt.“

Das Unternehmen Auszubildende suchen, ist allgemein bekannt, dass diese Unternehmen dabei nicht unbedingt immer finden, was sie brauchen, ist Gegenstand so mancher Betrachtung und der Fachkräftemangel soll ja allgemein sein. Demographie, richtiger eigentlich deren Gegenstand, die Bevölkerungsentwicklung, wird gelegentlich verantwortlich gemacht, bei genauer Betrachtung entpuppt sich diese aber als unwesentlicher als die Voraussetzungen, welche junge Menschen mitbringen. Mit Interesse für einen Beruf hat das allerdings weniger zu tun, sondern eher mit einem miserablen Bildungssystem. Und bei aller Suggestion individuellen Seins, ist der Mensch ein mit Bewusstsein ausgestattetes gesellschaftliches Wesen, er lebt nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern wird entscheidend von ihr geprägt. Da spielen bei jungen Menschen die Erfahrungen aus ihrer täglichen Lebensumwelt keine unbedeutende Rolle. Aber zurück zum eigentlichen Gegenstand dieser Betrachtung, den suggestiven Sprüchen, mit illusionistischem Hintergrund.
Mach doch, was Du willst“, heißt es im Beitrag, und „am Mittwoch, 11. März, beim „Tag der Berufe“.“ Nur ist dem so, kann dem so sein? Sicher und so stehen 1000 Plätzen, 100 Meldungen zu diesem Event der Arbeitsagentur gegenüber! Aber mal im Ernst, kann Mensch machen was er will? Letztlich bieten „40 verschiedene Unternehmen aus unserem Landkreis“ eine „Auswahl unter 100 Berufen“ an. Weiter unten im Beitrag der MZ ist zu lesen, dass es „etwa 330 Ausbildungsberufe und mehr als 16000 Studienmöglichkeiten“ gibt. Sollte es etwa sein, dass die meisten jungen Menschen, welche die Schule verlassen und sich nach einer Ausbildung umschauen, die angebotenen 100 Berufe nicht wollen?
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